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2011 lebten in Deutschland rund 4,4 Millionen Hochbetagte, darunter 2,9 Millionen Frauen. Die 80-Jährigen und Älteren machten damit einen Anteil von 5,3 Prozent der Bevölkerung aus. Die Tendenz ist bekanntlich steigend: Bis 2030 soll der Anteil der über 80-Jährigen der Bertelsmann Stiftung zufolge auf 8,3 Prozent in Deutschland steigen. Vor allem in den neuen Bundesländern wird der Anteil der Hochbetagten dann teilweise über 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Nach den Berechnungen nimmt besonders die Zahl der alten Männer stark zu. Sie wird um 103 Prozent bis zum Jahr 2030 steigen. Die Zahl der über 80-jährigen Frauen wird dagegen nur um knapp 40 Prozent zunehmen. Im Zuge der Alterung in Deutschland stellt sich der Frage nach den Erkrankungen der Hochbetagten, die häufig von mehreren Krankheiten gleichzeitig betroffen sind.

 

Im Rahmen des Barmer GEK Arztberichtes 2013 wurden nun die 20 häufigsten Diagnosen dieser Altersgruppe ausgewertet: Drei Viertel aller Männer und Frauen in Deutschland über 80 leiden an Bluthoch­druck. Auf dem zweiten Platz liegen bei Männern und Frauen dann unterschiedliche Diagnosen. Während bei Männern die zweithäufigste Diagnose eine Vergrößerung der Prostata (45 Prozent) ist, werden bei den Frauen Störungen des Lipoproteinstoffwechsels als zweithäufigste Gesundheitsstörung diagnostiziert. Bei Männern belegen diese Platz drei der Diagnose­rangliste.

Zu den häufigsten Diagnosen dieser Altersgruppe gehören außerdem die ischämische Herzkrankheit, an der 43 Prozent der hochbetagten Männer und 27 Prozent der Frauen leiden, sowie die Herzinsuffizienz, von der 22 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen betroffen sind. Ein Altersdiabetes ist bei 28 Prozent der Männer und 22 Prozent der hochbetagten Frauen dokumentiert.

Ferner gehören in diesem Alter Sehstörungen zu den häufigsten Gesundheits­beschwerden: Katarakte (Linsentrübung des Auges) betreffen mehr als ein Viertel der Hochbetagten. Die Diagnose einer Osteoporose kommt bei Männern eher selten vor, bei den hoch betagten Frauen weist dagegen deutlich mehr als ein Viertel die Diagnose einer „Osteoporose ohne pathologische Fraktur“ auf.