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An der Fachhochschule in Frankfurt am Main (FH FFM) liegen erste Ergebnisse des im Zwei-Jahres-Rhythmus erscheinenden OP-Barometers vor. Im Barometer werden dazu rund 1.500 OP-Pflegekräfte, Anästhesie-Pflegekräfte und operationstechnische Assistenten zur Arbeitssituation  im OP- und Anästhesie-Bereich an deutschen Krankenhäusern befragt. Bereits im letzten OP-Barometer des Jahres 2011 zeigte sich, dass in deutschen OP-Sälen ein Mangel an qualifizierten Pflegepersonal besteht, um die zunehmende Zahl an Operationen zu bewerkstelligen. Laut Aussage der Befragten mussten schon damals viele Operationen verschoben werden oder in einem anderen Krankenhaus erbracht werden.

Die aktuellen ersten Ergebnisse des OP-Barometers des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) an der FH FFM zeigen auf, dass die Situation in deutschen Operationssälen weiterhin durchwachsen bleibt. Im Gegensatz zu den Umfrageergebnissen vor zwei Jahren konnte laut den Befragten eine Verbesserung der Sterilisationsqualität festgestellt werden. Rund 39 Prozent der Befragten gaben an, dass sie regelmäßig Probleme mit der Sterilität von OP-Besteck hätten (2011: 44%). Wohingegen bei der eingeschätzten Höhe der Patientengefährdung eine Zunahme um vier Prozentpunkte zu verzeichnen war. So sagen fast die Hälfte (49%) der Befragten, dass es regelmäßig zu Patientengefährdungen kommt. Auch die Einschätzung der fachlichen Kompetenz des eigenen OPs spricht Bände. So sagen 21 Prozent, dass sie sich unter keinen Umständen im eigenen Krankenhaus operieren lassen würden. 18 Prozent der Befragten sind sich nicht sicher. Wohingegen 61 Prozent eine Operation im eigenen Hause vorstellen könnten.

Diejenigen die eine Antwort auf den Fragebogen der Wissenschaftler gaben, sprachen davon, dass die OP-Bereiche in den Kliniken zunehmend unter der qualitativ und quantitativen Unterbesetzung mit Personal leiden würden. Über Dreiviertel der Befragten gibt an, dass die Arbeitsbelastung seit 2011 gestiegen wäre. Die beiden gegenläufigen Trends, Personalknappheit und steigender OP-Bedarf, führen dazu, dass rund ein Drittel (31%) und damit mehr Befragte als beim letzten OP-Barometer der Meinung sind, dass organisatorische Defizite in ihrem Bereich bestehen. So gebe es keine Planungssicherheit bei den OP-Plänen. Oftmals würden diese kurzfristig geändert werden. Auch würde es oft zu unnötigen Wartezeiten in den OP-Prozessen kommen, sagen 62 Prozent der Befragten. Die Autoren, die die Ergebnisse auswerten, sehen hierin ein eindeutigen Indiz für die unzureichende Effizienz in deutschen Kliniken. Würde in diesem Bereich die Organisation verbessert, könnte die Effizienz deutlich gesteigert werden und die Patientensicherheit erhöht werden.

Bei der Betrachtung der hier dargestellten Daten muss man sich jedoch bewusst sein, dass es sich hier um rein subjektive Aussagen handelt und keine objektive Beurteilung der Behandlungsqualität von deutschen Krankenhäusern erfolgt. Möglich ist, dass die Aussagen politisch motiviert sind, um in Zeiten von Krankenhausfusionen und Personalabbau die eigene Position zu stärken. Wie unterschiedlich die Meinungen in diesem Bereich sind, sieht man beispielsweise an der Aussage von Helios-Gründer Lutz Mario Helmig, welcher findet, dass Schwester in Krankenhäusern immer noch zu viel Zeit haben um Kaffee zutrinken.

Objektive Aussagen zur Versorgungsqualität liefert der jährliche Qualitätsbericht des AQUA-Instituts. Der letzte Bericht bescheinigt den deutschen Krankenhäusern eine überaus gute und stetig wachsende Behandlungsqualität. Der aktuellste Bericht des AQUA-Instituts steht hier zum Download bereit: Qualitätsbericht 2012

Leser, die sich tiefer mit dem OP-Barometer 2013 auseinandersetzen möchten, müssen sich noch bis zum April 2014 gedulden. Dann steht dieser kostenfrei auf den Seiten des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) zum Download bereit.