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Aktuell lebt die Diskussion über die Verwendung der Milliarden-Überschüsse der Krankenkassen wieder auf. Von der Politik werden viele Vorschläge gemacht, wie man diesen Geldberg abschmelzen kann. Die Krankenkassen verteidigen weiterhin die Rücklage und verweisen auf mögliche kommende schlechte Jahre. Sollte die Konjunkturentwicklung weiterhin positiv sein, so wird die Einnahmeseite der Krankenkassen unverändert bleiben. Der Finanzminister hat bereits eine Reduzierung der steuerlichen Unterstützung um 4 Mrd. Euro angedeutet.

In den letzten Wochen findet man wenige Diskussionen zur Planung der Krankenkassen, zur Ausgabenseite oder zur Verwendung von Überschüssen. Die Inhalte bleiben auf der Strecke. Dabei könnten im Sinne der Qualitätssteigerung der Patientenversorgung viele Projekte angestoßen werden, um Erfahrungen zu sammeln und gegebenenfalls effizientere Versorgungsformen zu etablieren, die dann wieder zu mehr Einsparungen führen.

Die Phase von Gewinnen ist gleichzeitig die Phase von Investitionen. Statt zu sparen, sollte man klug in neue Produkte, Dienstleistungen und Projekte investieren. Ein möglicher Impuls könnte hierbei sein, dass Verbände wie Spectaris oder BVMed einen Dialog „Investition in die Zukunft“ anstoßen. Ein Arbeitskreis aus Krankenkassen, Industrie und Leistungserbringern könnte sich zwei bis drei Themenfelder vornehmen, die aktuell hohe Kosten verursachen und neue Ideen benötigen.

Der Rahmen des deutschen Gesundheitswesens ist bereits gut, nun sollten wir die Gunst des guten konjunkturellen Umfelds nutzen, um den Inhalt zu verbessern.