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Gesundheitsimmobilien gelten als Zukunftsmarkt. Vor allem das Segment der Pflegeheime wird aufgrund der demographischen Entwicklung und der damit einhergehenden zunehmenden Zahl älterer Menschen von Investoren als attraktiver Markt eingestuft. Für die Attraktivität des Marktes spricht aus ihrer Sichtweise, dass der steigende Pflegebedarf verbunden mit einer längeren Lebenserwartung für einen Bedarfsanstieg der vollstationären Versorgung sorgt.

Aktuell gibt es in Deutschland rund 11.600 Pflegeeinrichtungen. Experten gehen davon aus, dass jährliche Bedarf um gut 190 Wohnheime, die neu gebaut werden müssen, steigt. Auch die langfristige Zukunftsperspektive ruft viele Investoren auf den Plan. Denn Schätzungen zufolge könnten  in 40 Jahren über 2 Mio. Menschen in Pflegeheimen leben. Heute sind es gerade einmal etwas über 700.000. Um jedem einen Platz zu sichern, müssten bis dahin 18.000 neue Pflegeheime gebaut werden.

Zu den Investoren, die auf den konstant wachsenden Markt der Gesundheitsimmobilien in Deutschland setzen, zählen u.a. Catella Real Estate AG, Deutsche Healthcare Property AG oder die Immac Unternehmensgruppe. Letztere dürfte als einer der Vorreiter im Bereich der Gesundheitsimmobilien zählen. Seit der Gründung ist der Immobilieninvestor auf auf den aus seiner Sicht konjunkturunbhängigien Wachstumsmarkt der Sozialimmobilien spezialisiert. Immac erwirbt und verpachtet stationäre Pflegeheime, Kliniken und betreute Wohnanlagen und hat rund 1 Mrd. Euro in solche Einrichtungen investiert: 80 Plegeeinrichtungen, eine Reha-Klinik und zwei Nahversorgungszentren zählen zum Portfolio des Rendsburger Unternehmens.

Ungeachtet des wachsenden Interesses von Investoren, die vor allem aufgrund der sicheren Einnahmequelle der erworbenen Immobilie eine konstante Rendite erwarten, birgt der Erwerb einer Gesundheitsimmobilie auch gewisse Risiken. Denn ein klassisches Pflegeheim lässt sich nicht mit einer herkömmlichen Gewerbeimmobilie vergleichen. Dieses ist aufgrund ihres Servicecharakters für die zu Pflegenden eine Managementimmobilie. In der Folge sind sie auf eine bestimmte Auslastungsquoten angewiesen, um wirtschaftlich zu arbeiten. Der Erfolg einer Immobilie hängt schlussendlich unmittelbar mit dem Erfolg der Pflegeheimbetreiber zusammen.

Zudem steht der hoffnungsvollen Erwartung von Investoren auf die viel zitierte  „Altenrepublik-Deutschland“ eine zunehmende Ambulantisierung der Pflege gegenüber. Auch im Rahmen der im September in Kraft getretenen Pflegereform dürfte sich die stationäre Pflege – und damit deren Betreiber und Investoren – als Verlierer fühlen – denn Zuschüsse gab es lediglich für die ambulante Pflege.