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Bei Fragen rund um Diagnostik, Therapie und Prävention macht das Internet vermehrt Ärzten und Apothekern als primäre Informationsquelle Konkurrenz. Dies ist jedenfalls das Ergebnis  der MSL-Gesundheitsstudie, bei der rund 1.000 Personen aus verschiedenen Altersgruppen mit unterschiedlicher Ausbildung zu ihrem Informationsverhalten befragt wurden.

Auf die Frage, wo sich Patienten allgemein zu Gesundheitsthemen informieren, stehen Online-Ressourcen ganz vorne (74 Prozent), gefolgt vom Fernsehen (63 Prozent) und von Printmedien (56 Prozent). Ärzte (41 Prozent) sowie Apotheker (34 Prozent) sind deutlich abgehängt. Allerdings: Bei konkreten Gesundheitsbeschwerden sucht nach wie vor jeder Zweite Rat bei Ärzten oder Apothekern. Jedoch finden 32 Prozent aller Befragten, dass Informationen aus dem Web verständlicher als Gespräche mit Fachleuten sind. Rund 37 Prozent recherchieren vorab, um sich auf das Gespräch vorzubereiten.

Wichtig bei der Recherche im Internet ist den Patienten die Qualität der zu Verfügung gestellten Information. Geht es um die Vertrauenswürdigkeit von Inhalten gelten Homepages von Ärzten und Krankenkassen (jeweils 55 Prozent) sowie Apothekern (48 Prozent) als besonders vertrauenswürdig. Häufig bewegen sich User auch bei Wikipedia (55 Prozent) sowie auf Seiten von Krankenkassen (51 Prozent). Weit abgeschlagen rangieren Informationsangebote der Industrie (24 Prozent), Blogs (19 Prozent), Facebook (12 Prozent) sowie Twitter (8 Prozent).

Die Ergebnisse der MSL-Studie ergeben einerseits eine interessante Diskussionsgrundlage für die Frage, inwiefern sich der Verhältnis Arzt-Patient durch die Fülle an Informationen im Netz verändern könnte. Anderseits wird vor dem Hintergrund, dass das Internet Leitmedium bei gesundheitsspezifischen Fragestellungen ist, deutlich, dass hier auch erhebliches Potential für Unternehmen der Gesundheitswirtschaft schlummert. Dieses Potential haben bereits etliche Anbieter von Gesundheitsprodukten und Services erkannt und mobile Anwendungen vor allem bei der Bekämpfung von Volkskrankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Asthma oder chronischer Bronchitis eingesetzt. Noch nutzt zwar erst eine Minderheit der deutschen Verbraucher mobile Anwendungen zur Gesundheitsinformation, doch die Anzahl der Gesundheits-Apps und die immer dichter werdende Smart-Phone Abdeckung werden den Trend zu mobilen Anwendungen beflügeln.