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Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die „Studie zur Gesundheit Erwachsener“ (DEGS1) als Teil des Gesundheitsmonitorings veröffentlicht. Erste Ergebnisse wurden bereits im Juni des letzten Jahres veröffentlicht. Teilgenommen haben zwischen 2008 und 2011 insgesamt 8.152 Personen.

Hier finden Sie einige Ergebnisse der untersuchten Erkrankungen:

  • Diabetes: Aktuell leiden 7,2 Prozent der Menschen zwischen 18 und 79 Jahren an Diabetes mellitus (4,6 Mio. Menschen). Im Vergleich zu vor zehn Jahren hat sich damit die Zahl der Erwachsenen mit einem diagnostizierten Diabetes mellitus um 38 Prozent erhöht. Frauen sind etwas häufiger (7,4%) als Männer (7,0%) betroffen. Rund 15 Prozent des Anstiegs ist dem RKI zufolge auf die demografische Alterung der Bevölkerung zurückzuführen.
  • Bluthochdruck: Etwa 20 Millionen Erwachsene in Deutschland haben laut DEGS einen zu hohen Blutdruck. Demnach sind die Werte bei 30 Prozent der Frauen und bei 33 Prozent der Männer zu hoch – wobei deutlich mehr Ältere vom Bluthochdruck betroffen sind als jüngere Menschen.
  • Fettstoffwechselstörungen: In Deutschland haben 60,5 Prozent der Frauen und 56,6 Prozent der Männer einen erhöhten Cholesterinspiegel. Wenn zusätzlich zu einem aktuell erhöhten Cholesterinwert im Blut auch ärztlich diagnostizierte Fettstoffwechselstörungen berücksichtigt werden, weisen 65,7 Prozent der Frauen und 64,5 Prozent der Männer eine solche auf. Von denjenigen, die von ihrer Erkrankung wissen, ist nur ein knappes Drittel in medikamentöser Behandlung.
  • Übergewicht: Während die Verbreitung von Übergewicht in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau stagniert hat, nahm der Anteil der an Adipositas leidenden Menschen erheblich zu. Derzeit sind 53 Prozent der Frauen und 67,1 Prozent der Männer übergewichtig, unter Adipositas leiden 23,9 Prozent der Frauen, 23,3 Prozent der Männer. Insbesondere junge Männer sind heute häufiger adipös als noch vor zehn Jahren, der Anteil beträgt bei 30- bis 39-Jährigen bereits 22 Prozent.
  • Herz-Kreislauf-Krankheiten: Als wichtige Erkrankungen bei Herz-Kreislauf-Krankheiten wurde die Häufigkeit von Schlaganfällen und Herzinfarkten erfragt. In Deutschland haben etwa 2,5 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer im Alter von 40 bis 79 Jahren einen Herzinfarkt überlebt, 2,5 Prozent der Frauen und 3,3 Prozent der Männer hatten einmal einen Schlaganfall. Mit steigendem Alter werden beide Erkrankungen häufiger berichtet. Damit ist ein Herzinfarkt in Deutschland nach wie vor Todesursache Nummer eins.

Neben den rein körperlichen Merkmalen wurden im Rahmen der DEGS1 Erhebnung auch Daten zum sozioökonomischen Umfeld der Befragten erhoben. So zeigte sich, dass teilweise der Wohnort aber auch im Besonderen der soziale Status einen großen Einfluss auf die Prävalenz eines bestimmten Krankheitsbildes hat.

So schätzen mehr als viermal so viele Personen ihren aktuellen Gesundheitsstatus als mittelmäßig bis sehr schlecht ein, deren sozioökonomischer Status als niedrig einzustufen ist als Personen, die einen hohen sozioökonomischen Status haben. Gleiches zeigte sich auch bei den objektiv erhobenen Daten zum Gesundheitszustand. Personen, deren sozialer Status niedriger war, litten um ein vielfaches häufiger unter Diabetes, Apipositas und Depressionen als Personen, deren Sozialstatus als hoch einzuschätzen ist.

Aber auch der Wohnort nimmt Einfluss auf die Verbreitung von bestimmten Krankheitsbildern. So ist in Ostdeutschland Diabetes weiter verbreitet als in Westdeutschland.

Damit bestätigt diese Studie einmal mehr den aus den Sozialwissenschaften bekannten negativen Zusammenhang zwischen gesellschaftlicher Partizipation, Arbeitslosigkeit, Einkommen und Wohnsituation mit der individuellen Gesundheit. Offen ist dabei die Frage, inwiefern Hilfsmittelhersteller diese Erkenntnis für sich nutzen könnten.

[ilink url=“http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Degs/degs_w1/Basispublikation/basispublikation_node.html“]Link zur Basispublikation[/ilink]