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Die deutsche Gesundheitswirtschaft gilt bekanntermaßen als Jobmotor und Wachstumsfaktor. Aktuelle Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums belegen die hohe Bedeutung der Branche. Demzufolge waren im Jahr 2011 rund 4,9 Millionen Menschen im Gesundheitsbereich beschäftigt. Das sind 11,8 Prozent aller Erwerbstätigen.

Der Blick auf die historische Entwicklung Beschäftigten im Gesundheitswesen zeigt deutlich, dass sowohl die Anzahl der Beschäftigten als auch der Anteil an allen Erwerbstätigen seit 1999 kontinuierlich gestiegen sind: Waren kurz vor der Jahrtausendwende noch 4,1 Mio. Menschen in Gesundheitsberufen tätig, waren es vor zwei Jahren rund 810.000 oder 20 Prozent mehr. Durchschnittlich wuchs die Branche in diesem Zeitraum demzufolge jedes Jahr um 1,5 Prozent bzw. 70.000 Beschäftigte. Mit steigendem Tempo. In den letzten fünf Jahren wurden über 90.000 zusätzliche Arbeitsplätze in der Gesundheitsbranche geschafften.

Den Wachstumstrend belegt auch der Blick auf den Anteil der Gesundheitsberufe an allen Erwerbstätigen: War vor zehn Jahr jeder Zehnte in der Gesundheitsbranche tätig, trifft dies in 2011 bereits auf jeden Achten  und unter Einbeziehung der erweiterten Bereiche wie etwa Fitness oder Wellness sogar jeder Siebte.

Schaut man sich nun die Beschäftigten in den rund 250.000 Gesundheitsunternehmen der einzelnen Sektoren an, ergibt sich folgendes Bild:

  • Ärzte: rund 342.000 berufstätige Ärztinnen und Ärzte (in 2011). An der vertragsärztlichen Versorgung nehmen rund 139.500 Ärztinnen und Ärzte teil (in 2011).
  • Berufstätige Zahnärzte: 67.808 (2010), davon niedergelassen: 54.683
  • Beschäftigte in Apotheken (in 2011): 148.604 (davon rund 48.700 Apothekerinnen und Apotheker)
  • Pflege: 890.000 Pflegekräfte. Davon rund 30 % (269.000) bei ambulanten Pflegediensten und 70 % (621.000) in Pflegeheimen (jeweils 2009).
  • in Krankenhäusern: 1.057.000 (2011) in 2.041 Krankenhäusern (2011)
  • Pharmazeutische Industrie: 105.500 (2011)
  • Medizintechnik: rund 175.000 Beschäftigte in über 11.000 Unternehmen. Weitere 29.000 Mitarbeiter sind im Einzelhandel für medizinische und orthopädische Güter tätig (2011).

Ein Vergleich mit dem in Deutschland traditionell bedeutenden Industriezweig, die Automobilbranche, führt zudem ein entscheidendes Charakteristikum des Gesundheitswesens vor Augen. Die Automobilindustrie beschäftigte in Deutschland 2011 rund 712.500 Menschen. Nimmt man die Beschäftigten der Zuliefer-Industrie in Höhe von 290.000 hinzu, kommt auf rund eine Million Beschäftigte in diesem Sektor, was einem Anteil an allen Erwerbstätigen von 2,4 Prozent entspricht. Die Entwicklung der Beschäftigten zeigt im Zeitverlauf jedoch Schwankungen infolge von konjunkturellen Entwicklungen auf. So sank die Anzahl der Beschäftigten nach der Finanzkrise im Jahr 2010 um 30.000. Die Gesundheitsbranche zeigte sich demgegenüber krisenfest und konjunkturunabhängiger – das Wachstum der Beschäftigten lag bei 95.000. Auch wenn sich Auswirkungen von Krisen tendenziell erst mit einer zeitlichen Verzögerung auf das Gesundheitswesen auswirken, wird sich der Wachstumstrend fortsetzen: Ein aktuelles Forschungsprojekt des Bundeswirtschaftsministeriums hat prognostiziert, dass im Jahr 2030 über 20 Prozent der Erwerbstätigen, und damit jeder Fünfte, in der Gesundheitswirtschaft arbeiten könnten – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.