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Weltweit wächst die Nachfrage nach Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen. Bis 2030 könnte sich der Umsatz mehr als verdreifachen, prognostiziert eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger. Denn die demographische Entwicklung und der zunehmende Wohlstand führen auch im Ausland zu neuen Märkten. In vielen Ländern besteht zudem ein hohes Interesse an deutschen Gesundheitsprodukten – für deutsche Gesundheitsunternehmen eine Chance. Im Rahmen des Gesundheitswirtschaftskongress in Hamburg wurde deutlich, dass beispielsweise Australien und Südamerika über ein hohes Exportpotential aus Sicht der deutschen Unternehmen verfügen.

Momentan erwirtschaftet die Gesundheitsbranche zehn Prozent des Bruttoinlandproduktes und gehört mit einem Beschäftigtenanteil von 13 Prozent zu den größten Arbeitgebern der deutschen Wirtschaft. Doch trotz der hohen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Gesundheitsbranche liegt ihr Anteil am Export nur bei sechs Prozent.

Mit der vor rund einem Jahr gegründeten Initiative „Exportinitiative Gesundheitswirtschaft“ wollen das Bundeswirtschafts- und das Bundesgesundheitsministerium diese Situation ändern. Das Wirtschaftsministerium gibt dafür eine Million Euro aus, das Gesundheitsministerium steuert 200 000 Euro bei. Ziel ist es, die Potenziale der Unternehmen im Export besser auszuschöpfen und deutsche Firmen mit Kunden und Partnern im Ausland zusammenzubringen. Zur Zielerreichung bündelt die Initiative Informationen, Publikationen und Angebote von Bundesministerien, Fachverbänden und Bundesländern über  Marktbedingungen im Ausland, Delegationsreisen, Messen und andere Unterstützungsleistungen für exportorientierte Unternehmen. 

Oft werden die Bestrebungen von Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte von einer Vielzahl von Hindernissen begleitet. Zu den Problemen eines Markteintritts sind unterschiedliche Kulturen und Mentalitäten zu zählen. Hierzu zählen u. a. die Rolle der Frau oder die Anerkennung bestimmter Berufsgruppen, wie es bei z.B. dem niedrigen Ansehen von Pflegekräften im arabischen Raum auftreten kann. Zudem erschwert häufig eine nicht ausreichende Verknüpfung von in- und ausländischen Behörden die Expansionsvorhaben.

Zur Überwindung dieser Markteintrittsbarrieren ist es daher notwendig neben der Berücksichtigung einer angemessenen Zeitspanne für die Vernetzung mit ausländischen Geschäftspartnern im Vorfeld eines Markteintritts bestimmte Rahmenbedingungen zu betrachten. Dementsprechend sollten bei einer Markteintrittsstrategie verschiedene Faktoren des Ziellandes berücksichtigt werden. Hierbei stellen sich beispielhaft Fragen zum Rechtssystem, zu den Besonderheiten des dortigen Gesundheitssystems, den Einfuhrbestimmungen von medizinischen Produkten, dem Preisniveau oder der Vertriebsmöglichkeiten des relevanten Produktes.