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Es gibt mehrere Gründe, warum Krankenhaus-Informationssysteme (KI-Systeme) eingesetzt werden. Ein Grund ist, dass die Diagnostik durch die schnelle Bereitstellung der benötigten Daten beschleunigt wird. Gleichzeitig ist es möglich, die Daten in einer gewünschten Präsentationsform anzupassen und durch eine zeitlich und inhaltlich exakte Planung in der Ablaufsteuerung Therapien zu verbessern, doppelte Untersuchungen oder Dokumentationen zu vermeiden. Darüberhinaus kann die Effizienz bei administrativen Aufgaben deutlich gesteigert werden, was bei vielen nicht-patientenspezifischen Aufgaben ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor ist.

Mit Blick auf den Markt für KI-Systemherstellern, der fest in Hand von etablierten IT-Anbietern wie etwa Agfa HealthCare, Siemens, SAP oder Meierhofer, ist, lässt sich die Komplexität dieses Segmentes erahnen. Agfa HealthCare (Umsatz 2011: 1,177 Mrd. Euro) bietet bspw. seinen Kunden eine umfangreiche Palette von Lösungen an, zu der u.a. Krankenhaus-Informationssysteme (KIS), klinische Informationssysteme (KAS), Radiologieinformationssysteme (RIS), Bildarchivierungs- und Kommunikationssysteme (PACS, Picture Archiving and Communications Systems), Labor-Informationssysteme (LIS) oder Kardiologieinformations- und Bildmanagementsysteme zählen.

In der Komplexität dieses Geschäftsfeldes sieht das im Juni 2012 von Microsoft und GE Healthcare gegründete Joint Venture „Caradigm USA LLC“  seine Chance. Zu den von Caradigm angebotenen IT Lösungen für das Gesundheitswesen gehört u.a die Krankenhausdatenbank Amalga, mit dem das Unternehmen auf eine ganzheitliche Identity und Access Management (IAM) Lösung setzt.

Die Marktlücke: Bisher stehen Daten meist nur isoliert und verstreut zur Verfügung. Durch die Verbindung von klinischen, administrativen oder forschungsrelevanten Daten bietet das Unternehmen, an dem der IT-Riese zu 50 Prozent beteiligt ist, nach eigener Angabe eine Datenplattform für neue Anwendungen im Klinikum und ermöglicht es so Krankenhäusern, alle Phasen des Anwenderzugriffs auf Applikationen und Patientendaten zu verwalten. Nach Aussage des seit  April 2013 fungierenden Deutschland-Chef Ralf Klein erfüllt sein Unternehmen vor dem Hintergrund großer und endlos wachsender Datenmengen und einer steigenden Anzahl an klinischen Anwendungen den Wunsch der Klinikbetreiber nach Komplettlösungen. Dazu liest die Plattform Daten aus dem KIS und sämtlichen Subsystemen ein und verwertet diese – und schafft so ganz neue Möglichkeiten für individuelle und patientenübergreifende Auswertungen.

Den deutschen Gesundheitsmarkt haben die großen Unternehmen der IT-Branche längst als ertragreiches Geschäftsfeld erkannt. IBM steckte bspw. zuletzt 100 Mio. Euro in sein Programm Smarter Healthcare. Neben IBM und Microsoft setzt der texanischer Hersteller von Computer-Hardware Dell gezielt auf den schnellen Zugriff auf Patientendaten durch Ärzte und medizinisches Fachpersonal in Kliniken und ist mit einer eigenen Healthcare- Lösung namens Mobile Clinical Computing (MCC) auf dem Markt. Darüberhinaus gibt es noch eine Vielzahl von weiteren IT-Konzernen, die innovativ auf dem Gesundheitsmarkt vertreten sind.