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Bewertungsportale im Internet gibt es wie Sand am Meer. Das Angebot der zu bewertenden Produkte, Dienstleistungen oder Organisationen ist riesig und seit den ersten Bewertungsportalen, die im deutschen Internet auf sich aufmerksam gemacht haben, ständig gewachsen. Internet-Nutzer geben hierbei bspw. Einschätzungen zu der Qualität von Hotels und Reisen oder zu der Arbeit von Lehrern oder Professoren ab. Auch in der Gesundheitsbranche ist dieses Instrument längst verbreitet.

Schon länger können Patienten auf Internetseiten der Krankenkassen Ärzte bewerten. Versicherte haben dort die Möglichkeit, die Qualität der Mediziner zu beurteilen und nach einem guten Arzt zu suchen. Im Rahmen eines Online-Fragebogens können die Nutzer des „Gesundheitsnavigator „der AOK bspw. die Bereiche Praxis und Personal, Arztkommunikation, Behandlung und Gesamteindruck bewerten. Laut der Krankenkassen werden diese Arztbewertungen bei den Versicherten immer beliebter.

 

Ab heute werden die Seiten getauscht: Denn Ärzte starten an diesem Freitag auf Initiative der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ein Bewertungsportal für Krankenkassen (www.Krankenkassen-Navigator.kbv.de)

„Wenn die Versicherten Ärzte bewerten – was völlig in Ordnung ist, solange bestimmte Kriterien eingehalten werden –, dann sollen sie auch mal sehen, ob und wie eigentlich ihre Kasse dazu beiträgt, eine gute Versorgung zu unterstützen – oder eben nicht“, formulierte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, bereits in Richtung der Kassen,

Im Rahmen des öffentlich einsehbaren Internetportals können die 155.000 Kassenärzte und Psychotherapeuten die Therapiefreiheit, den Service und die Bürokratielastigkeit von Krankenkassen bewerten. Daraus soll dann eine Liste der zehn „besten“ und „schlechtesten“ unter den rund 140 gesetzlichen Krankenkassen entstehen. Geplant ist eine Bewertung nach Schulnoten. Auf der Basis der Ergebnisse könne man dann, so heißt es, mit den Kassen über Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten ins Gespräch kommen.

Das Online-Portal soll heute in Berlin am Rande einer Vertreterversammlung der Kassenärzte freigeschaltet werden. Auf der Versammlung geht es vor allem um den Honorarstreit mit den Kassen. Hier sind die die Gespräche zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zunächst bis zum 4. Oktober ausgesetzt. Ob die Enttäuschung der Ärzte im derzeitigen Honorarstreit einen Einfluss auf die Bewertungen der Krankenkassen im Onlineportal haben wird, kann nur vermutet werden.