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In der pharmazeutischen Industrie hat der europäische Verband EFPIA angekündigt, die finanziellen Zuwendungen an Ärzte und medizinische Forschungseinrichtungen offen zu legen. Ähnlich wie der in den USA geltende „Physician Payment Sunshine Act“ will der Verband bis 2015 einen eigenen „Transparenzkodex“ umsetzen.

Über die Detaillierung der zu veröffentlichenden Arzt-Zuwendungen ist noch nicht entschieden, dafür will der Verband eng mit der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zusammenarbeiten.

Analog zu den Veröffentlichungen von Fördermitteln, die an Patientenorganisationen fließen, könnten auch die Arzt-Zuwendungen dokumentiert werden (voraussichtlich im September 2013). Diese werden von den Mitgliedern des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (vfa) seit 2009 jährlich allgemein zugänglich online gestellt.

Der „Physician Payment Sunshine Act“ umfasst  umfangreiche Verbraucher- und Patientenschutzrechte im Gesundheitswesen und wurde vor zwei Jahren in den USA beschlossen. Demnach müssen Anbieter erstattungsfähiger Arzneimittel und Medizintechnik jährlich dem Gesundheitsministerium Meldung über die geleisteten Zuwendungen an Ärzte und Krankenhäuser machen. Meldepflichtig sind unter anderem direkte Zahlungen, Geschenke, und Spenden, Reise- und Bewirtungskosten, Beratungs- und Vortragshonorare, Gelder für Forschung und Lehre oder auch Beteiligungen und Aktienbezugsrechte.

Es ist zu erwarten, dass mittelfristig – wahrscheinlich über die Europäische Union – diese Transparenz auch ins deutsche Gesundheitswesen einziehen wird und auch nicht vor dem Bereich Leistungserbringer Halt machen wird.

Unternehmen aus dem Bereich Medizintechnik und Hilfsmittel müssen sich die Frage stellen, ob heute schon alle finanziellen Transaktionen zu Ärzten oder anderen Leistungserbringern den juristischen Rahmenbedingungen entsprechen. Aber auch die Leistungserbringer sollten Entwicklungen in diesem Bereich gut im Auge behalten.