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An Krebs Erkrankte sind in Zentren besser versorgt. Dies ist eine der Kernaussagen des Mitte September veröffentlichten AOK-Onkologie-Reports 2013 (Link zum PDF). In solch spezialisierten Fachkliniken können die Betroffenen nach Meinung von Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg, am besten und am erfolgreichsten behandelt werden. Der Kassenchef verweist dabei auf die Entwicklung der Behandlung in Brustzentren in Nordrhein-Westfalen, die ein Beispiel für den gelungenen Aufbau einer leistungsfähigen Versorgungsstruktur für die Patienten darstellt.

Zur einer Senkung der Brustkrebssterblichkeit habe auch dabei auch beigetragen, dass vor zehn Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung in Nordrhein der deutschlandweit erste Vertrag für ein nach den gesetzlichen Vorgaben zertifiziertes Disease-Management-Programm (DMP) für die Versorgung bei Brustkrebs geschlossen wurde.

Allerdings, so betont Wältermann, sei derzeit der Anteil der in zertifizierten Zentren behandelten Patienten bei vielen Krebserkrankungen noch zu niedrig. Während bei Brustkrebs ein Großteil der Patienten in Zentren behandelt werde, bestehe bei anderen Krebsarten großer Handlungsbedarf. Dies zeigt auch ein Blick in den Onkologie-Report: 2011 wurde nur jeder dritte Patient mit Darmkrebs in einem Zentrum behandelt, bei Lungenkrebs sogar nur jeder fünfte.

Doch vor allem bei Darmkrebs, welcher die zweithäufigste Krebsform und eine häufige Ursache für ein Stoma ist, ist eine Behandlung in einem dafür ausgerichteten Darmkrebszentrum (DKZ) von enormer Bedeutung. In Deutschland hat nur eine gewisse Anzahl von Darmzentren ein Zertifikat von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) erhalten. Diese rund 270 nennen sich seit 2010 Darmkrebszentren. Von der DKG anerkannte DKZen müssen fachliche Anforderungen erfüllen. Die Einhaltung wird jährlich durch das unabhängige Zertifizierungsinstitut OnkoZert überwacht. So ist eine ganzheitliche Versorgung von Patienten ist durch ein Netzwerk von Spezialisten unterschiedlicher medizinischer und pflegerischer Fachrichtungen möglich. Geregelt ist auch, dass in einem zertifizierten Darmkrebszentrum eine besonders geschulte Fachkraft – Stomatherapeut – zur Verfügung stehen muss, die die Patienten über den gesamten Krankheitsverlauf betreuen.

Nicht nur für die Betroffene hat diese spezialisierte Behandlung Vorteile. Auch etwa Stoma-Hersteller oder Nachversorger, die bereits Mitarbeiter in den Zentren beschäftigen, können von dem Trend zur Behandlung in Spezialkliniken profitieren. Auch wenn die Behandlungsquote von Darmkrebspatieten in den DKZen noch auf einem geringen Niveau ist, wird die Anzahl der Darmkrebszentren künftig weiter ansteigen.