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Die Medizintechnik, mit einem globalen Umsatzvolumen von über 275 Mrd. Dollar, wird häufig als attraktiver, stabiler Markt mit geringer Volatilität beschrieben. Als ein Wachstumssegment wird hierbei von vielen Experten auf sog. Operations-Roboter hingewiesen, dessen Bedeutung in der Chirurgie immer größer wird. Vor allem in den USA und Deutschland sind derartige Entwicklungen weit vorangeschritten.

Als Beispiel für eine sehr erfolgreiche und innovative Firma dieses Teilmarktes gilt das US-Unternehmen Intuitive Surgical, das als Hersteller chirurgischer Roboter-Systeme inzwischen über 2.000  installierte da Vinci-Systeme vorweisen kann. Der hochrentable Hersteller wurde 1995 im kalifornischen Sunnyvale gegründet, im Zentrum des Silicon Valley, wo sich auch unter anderem die Hauptsitze des amerikanischen Chipherstellers AMD oder des Internetunternehmens Yahoo befinden. Intuitive Surgical bezeichnet sich selbst als globalen Technologieführer im Bereich der roboterunterstützten minimal-invasiven Chirurgie und hat inzwischen eine Marktkapitalisierung von 17 Mrd. Dollar erreicht. Im letzten Jahr wurden die Produkte der Firma bei 450.000 Operationen, hauptsächlich in der Gynäkologie und Urologie, in den USA verwendet. Bisher veröffentlichte das Unternehmen zweistellige Umsatzzuwächse nahezu wie am Fließband.

Doch mit dem jüngsten Quartalsergebnis des Unternehmens scheint es einen ersten Dämpfer zu geben. Im zweiten Quartal lang das Umsatzwachstum aus den da Vinci-Verkäufen bei „nur“ 6 Prozent (zuvor 24 Prozent). Der Grund hierfür scheint in dem zurückhaltendem Investitionsverhalten der US-Krankenhäuser zu liegen, die sich im Zuge der amerikanischen Gesundheitsreform Kosteneinsparungen gegenüber sehen. Intuitive Surgical geht jedoch fest davon aus, der Markt für Operationsroboter auch in Zukunft enormes Wachstums verspricht. Eigenen Schätzungen zufolge habe der Markt ein Volumen von 7 Mrd. Dollar und das bei derzeitigen Umsätzen von 2,3 Mrd. Dollar. Klar dürfte allerdings auch sein, dass Innovationen auch im teuren amerikanischen Gesundheitssystem bezahlbar bleiben müssen. Die bislang umsatzstarken da Vinci Systeme könnten dann mit einem Anschaffungspreis von 1 bis 2 Mio. Dollar zu den Verlierern der Gesundheitsreform zählen.