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In NRW entwickeln Krankenhäuser immer häufiger Alternativ- oder Zusatzangebote zum klassischen stationären Leistungsprogramm. Zu dem erweiterten Angebot zählen u.a. Leistungen in den Bereichen ambulante ärztliche Versorgung, ambulante und stationäre Pflege, Rehabilitation, Prävention und Gesundheitsberatung. Zu diesem Ergebnis ist das „Innovationspanel Klinikwirtschaft NRW“ gekommen. Im Rahmen der Repräsentativbefragung  wurde das Modernisierungsgeschehen in 95 Krankenhäusern des bevölkerungsreichsten Bundeslandes erhoben.

Einen interessanten Aspekt hierbei bilden die Kooperationsbeziehungen zu vor- und nachgelagerten Leistungs- und Versorgungsbereichen eines Krankenhauses. Wirft man in diesem Zusammenhang einen Blick auf die offerierten Homecare-Leistungen (enterale und parenterale Ernährung, Heim- und Peritonealdialyse, Stoma- und Inkontinenzversorgung) der Krankenhäuser, lässt sich folgendes festhalten: 41Prozent der Krankenhäuser in NRW verfügen über eine Stoma- und Inkontinenz-Versorgung, 32 Prozent über die Versorgung mit enteraler und parenteraler Ernährung und 21 Prozent bieten eine Heim- und Peritonealdialyse an.

Betrachtet man nun, wer diese Homecare-Leistung übernimmt, wird deutlich, dass diese überwiegend in Kooperation mit externen Anbietern ausgeführt werden. In allen drei untersuchten Leistungsbereichen ist jeweils für über die Hälfte ein externes Homecareunternehmen mit der Aufgabe betraut. Zur Verdeutlichung: Ein knappes Drittel der Krankenhäuser in NRW bietet die Versorgung mit enteraler und parenteraler Ernährung an, hiervon werden 51 Prozent durch externe Homecare-Dienstleister erbracht. Die Krankenhäuser verfügen aber auch über eigene Versorgungseinrichtungen: Zwischen einem Viertel (Dialyse: 25,8 Prozent) und gut einem Drittel (enterale und parenterale Ernährung: 34,6 Prozent) der Krankenhäuser mit einer Homecareversorgung erbringen diese Leistungen selbst. Eine Übersicht über die Verteilung der Homecare-Leistungen der Krankenhäuser gibt die nachfolgende Darstellung:

Vor dem Hintergrund kürzerer Verweildauern in Krankenhäusern dürfte die Suche nach geeigneten Kooperationspartnern im Homecarebereich im Interesse der Krankenhäuser liegen. Durch ein effektive poststationäre Versorgung lässt sich schließlich die Wiedereinweisung des Patienten verhindern. Für Homecare-Unternehmen gewinnt der Netzwerkgedanke und das Initiieren von Kooperationsgesprächen mit Krankenhäusern im regionalen Umfeld zusehends an Bedeutung, um bei künftigen Outsourcing-Überlegungen mit am Tisch zu sitzen.

[ilink url=“https://www.dki.de/sites/default/files/downloads/innovationspanel_klinikwirtschaft_nrw_2010.pdf“] Link zur Quelle (DKI Studie: Innovationspanel)[/ilink]