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Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, plant New York, Ärzte an städtischen Krankenhäusern nach der Qualität ihrer Arbeit zu bezahlen. Einfließen soll unter anderem, wie oft sich Patienten über den Mediziner beschweren und wie schnell sie gesund werden. Belohnungen soll es geben, wenn Patienten meinen, dass ein Arzt besonders gut kommuniziert hat. Die SZ beruft sich auf die „New York Times“ und schreibt, der Krankenhausverband und die Ärztegewerkschaft verhandelten gerade darüber. Es gebe gute Chancen auf eine Einigung.

Auch in Großbritannien gibt es ein „Pay for Performance“-Modell laut dem Bericht schon seit 2004. Ein Public-Health-Professor aus New York warnt allerdings, ein Allheilmittel sei das System nicht. Die britischen Ärzte hätten schnell gelernt, es für sich zu nutzen. Manche hätten angegeben, ihre Bluthochdruckpatienten hätten jetzt normalen Blutdruck. Dafür hätten sie kassiert – obwohl der Blutdruck genauso hoch war wie vorher.

In Deutschland gibt es vergleichbare Modelle an Krankenhäusern, bei denen im Zuge der tarifvertraglichen Regelung des TVöD eine Leistungsbewertung verschiedener Mitarbeiter stattfindet.
Ausgeklammert hiervon sind allerdings Ärzte der Krankenhäuser, die kein Leistungsentgelt (§ 18 TVöD) erhalten. So werden bei derartigen Modellen bspw. Mitarbeiter für besonders gute Leistungen in Form einer einmaligen Leistungsprämie belohnt. Die Höhe der Auszahlung wird anhand vorher definierter Ziele und einer anschließend hierarchischen stattfindenden Leistungsbewertung festgelegt.

Fachleute sind indessen uneins darüber, wie gut solche „Pay for Performance (P4P)“-Maßnahmen greifen. Vor Kurzem hat das Institut für Qualität und Patientensicherheit im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ein Gutachten zum Thema erstellt. „Bislang ist es in Studien noch nicht gelungen, zweifelsfrei die Wirksamkeit von P4P-Projekten nachzuweisen“, lautet das Fazit.

Kritikpunkte dürften hierbei sein, dass aufgrund der Vielzahl an verschiedenenP4P-Modelle, die sich hinsichtlich der zu wählenden Entlohnungsstruktur oder der zu bewertenden Leistungsparameter differenzieren können, der Verwaltungsaufwand beachtlich steigt. Ein weiterer Kritikpunkt für P4P ist die Messbarkeit medizinischer Leistungen. Befürworter halten allerdings dagegen, dass solche Modelle auf Qualitätsverbesserung ausgerichtet sind. Aber auch sollte angemerkt werden, dass eine Einzelvergütung medizinischer Tätigkeiten im Vergleich mit dem deutschen Fallpauschalensystem eher zu einer Überbehandlung führen kann.