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Das Gesundheitswesen ist im Bereich des Handels von zahlreichen inhabergeführten Unternehmen gekennzeichnet. Auch in der herstellenden Industrie gibt es noch einige Unternehmen, die sich im Inhaber- und/oder Familienbesitz befinden. Doch das Auge der Finanzinvestoren wacht auch über diesen Märkten, und die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich mehr und mehr Private-Equity-Unternehmen für interessante Targets in diesem Markt entscheiden. Die Argumente liegen für viele Investoren auf der Hand:
  • Relative Unabhängigkeit von konjunkturellen Schwankungen;
  • steigender Bedarf aufgrund demographischer aber auch epidemiologischer Effekte;
  • höhere Planungssicherheit im Vergleich zu sonstigen „Trendprodukten“ im Consumerbereich.
Die bekanntesten Beispiele aus diesem Markt sind sicherlich das Versorgungsunternehmen GHD sowie der Leukoplast-Hersteller BSN medical, die in den letzten Jahren den Besitzer gewechselt haben. Die Planung der Investoren liegt dabei meist auf einem Wertzuwachs der Unternehmen zwischen Aufnahme in deren Portfolio und Exit-Zeitpunkt. Das Beispiel BSN medical, bei dem der Besitz von Montagu an die Beteiligungsgesellschaft EQT überging, hat gezeigt, dass hohe Wertschöpfungen in den Unternehmen durchaus möglich sind. Der jährlich Wertzuwachs in diesem Fall lag bei CAGR 8,3 Prozent. Montagu hat das Investment inklusive gezahlter Dividenden verdreifacht.
Nicht selten gehen Unternehmen bei einem Eigentümerwechsel an den zweiten oder auch dritten Finanzinvestor über (secondary, tertiary buyout). Fraglich bleibt, inwieweit diese Wertzuwächse bei weiteren Besitzübergängen noch möglich sein können. Da die Unternehmen nach einem derartigen Transfer ihren Wert in Form von Assets aber auch Bewertungsaspekten bezogen auf den Firmenwert widerspiegeln sollten, bleibt vor einer jeweiligen Transaktion bezogen auf den Markt das Zukunftspotenzial zu bewerten. Insbesondere für das Gesundheitswesen sind Marktberechnungen auf Basis der Entwicklung von Krankheiten ein Instrument, um eine Planungssicherheit für zukünftige Szenarien zu erhalten. Dies muss natürlich in Kombination mit der Entwicklung der Erstattung und Finanzierbarkeit der jeweiligen Güter einhergehen. Diese bestimmt letztlich auch das Innovationstempo in den Märkten.