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Die deutsche Celesio AG, einer der drei führenden Pharmagroßhändler in Europa, wurde nun von dem US-Pharmahändler McKesson übernommen. Schon seit längerem gab es Spekulationen zu einem möglichen Zusammenschluss der beiden Unternehmen (wir berichteten). Der Duisburger Mischkonzern Haniel, welcher zuletzt 50,1 Prozent an Celesio hielt, bekommt nun rund 2 Mrd. Euro von der Gesamtsumme von 6,1 Mrd. Euro, die McKesson für die Übernahme zahlt.

Mit dem Zusammenschluss von McKesson und Celesio werde die Basis für ein weltweit führendes Unternehmen für Healthcare-Services geschaffen, erklärte McKesson-Chef John Hammergren. In über 20 Ländern in den USA, in Kanada, in Europa und Brasilien werde das Unternehmen zukünftig rund 120.000 Apotheken und Krankenhäuser beliefern.

Der bisherige Mehrheitsaktionär Haniel, welcher nach nunmehr 40 Jahren seine Beteiligung an Celesio verabschiedet, will den Anteil aus dem Verkauf seines Aktienpakets zur Schuldentilgung einsetzen und hat sich ebenso mit dem Verkauf mehr Spielraum für die Neugestaltung seiner Beteiligungen geschaffen.

Kommentar: Mit dem Kauf von Celesio verschafft sich McKesson ein starkes Standbein in Europa. Bisher war der US-Gesundheitskonzern einzig mit Spezialangeboten in Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden vertreten. Das Unternehmen erwartet durch die Transaktion Einsparungen im Millionenbereich. Ab dem vierten Jahr nach Übernahme sollen die Synergien jährlich 275 bis 325 Mio. Dollar betragen. Demgegenüber war der nordamerikanische Markt  für Celesio bislang ein unerkundetes Gebiet.

Die beiden Unternehmen wollen nach Abschluss der Transaktion ihre jeweiligen Marken beibehalten, jedoch einen verbesserten weltweiten Vertrieb sowie neue Dienstleistungen anbieten. Im Zusammenschluss werden somit voraussichtlich etwa 81.500 Mitarbeiter weltweit einen jährlichen Umsatz von mehr als 111 Mrd. Euro erzielen. Mit dem Verkauf reagiert Celesio auf die jahrelange Rabbattschlacht unter den Pharmahändlern in Deutschland.

Für die Haniel-Gruppe bedeutet der Verkauf eine Loslösung aus der Abhängigkeit der großen Beteiligungen an Celesio und Metro. Da die Entwicklung dieser beiden Unternehmen in den letzen Jahren nicht besonders positiv verlief musste Haniel zuletzt sogar erstmals die Dividende streichen. Mit dem Erlös kann der Duisburger Familienkonzern nun die seit Jahren anvisierten Zukäufe in Angriff nehmen, um sich somit eine breitere Basis zu verschaffen.

[ilink url=“http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/pharmahaendler-verkauft-haniel-streicht-zwei-milliarden-euro-fuer-celesio-ein/8977886.html“] Link zur Quelle (handelsblatt.com)[/ilink]