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Zehn führende biopharmazeutische Unternehmen haben am Donnerstag (20.09.12) bekannt gegeben, dass sie eine gemeinnützige Organisation zur Beschleunigung der Entwicklung neuer Medikamente mit dem Namen TransCelerate BioPharma Inc. gegründet haben. Die Initiative will sich dafür einsetzen, dass Pharmaunternehmen in frühen Forschungsphasen stärker zusammenarbeiten und einheitliche Standards schaffen.

Boehringer Ingelheim ist derzeit als einziger deutscher Vertreter mit von der Partie. Die anderen neun Mitglieder sind Abbott, AstraZeneca, Bristol-Myers Squibb, Eli Lilly and Company, GlaxoSmithKline, Johnson & Johnson, Pfizer, Roche und Sanofi.

Fünf Projekte wurden von der Gruppe zur Förderung und Umsetzung ausgewählt: die Entwicklung einer gemeinsamen Schnittstelle für Portale an Erprobungsstandorten, die gegenseitige Anerkennung der Qualifikation von Studienzentren und der Ausbildung, die Entwicklung eines risikobasierten Ansatzes und von Normen zur Standortüberwachung und die Einrichtung eines Angebotsmodells für Medikamente zu Vergleichszwecken.

Kommentar: Die Entwicklung eines neuen innovativen Arzneimittels ist kostenintensiv und dauert etwa 10 bis 12 Jahre. Sie ist für die forschenden Pharmaunternehmen eines hohes wirtschaftliches Risiko, da nur sehr wenige Wirkstoffe, die in der Forschung getestet werden, auf den Markt kommen.

Neben den hohen Forschungskosten belastet die Pharmaindustrie, infolge auslaufender Patente, die immense Konkurrenz durch Generikaunternehmen. Bis 2013 verlieren 13 Blockbuster mit je mindestens einer Milliarde Dollar Jahresumsatz verschiedener Hersteller in den wichtigen Märkten in Europa und den USA ihre Exklusivität. Hiervon betroffen sind auch die Gründungsmitglieder: Der amerikanische Konzern Pfizer hat zum Beispiel in 2012 den Patentschutz für den Cholesterinsenker Lipitor verloren, mit dem das Unternehmen bis zu 13 Mrd. Dollar jährlich umgesetzt hatte.

Vor diesem Hintergrund dokumentiert das beschlossene Forschungsbündnis die Notwendigkeit zur Kooperation in der Pharmaindustrie. Dies betrifft vor allem die Bereiche, in denen die Pharmakonzerne noch nicht im Wettbewerb stehen.

[ilink url=“http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/:medikamenten-entwicklung-pharmafirmen-gruenden-forschungs-buendnis/70092869.html#utm_source=rss2&utm_medium=rss_feed&utm_campaign=/unternehmen“] Link zur Quelle (Financial Times)[/ilink]