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Drei Krankenkassen bieten jetzt im Rahmen eines Versorgungsvertrages Ärzten ein Internetportal zur ökonomischen Optimierung der ambulanten Versorgung von Patienten im Bereich der parenteraler Ernährung an. Das Onlineportal gibt nach Eingabe einiger Kenndaten des Patienten einen Vorschlag zur Zusammensetzung und Menge der parenteralen Ernährung aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) hat jedoch große Bedenken. Sie befürchtet, dass ein Onlineportal nicht die individuellen Bedürfnisse eines jeden Patienten berücksichtigen wird, sodass die Empfehlung nicht für jeden Patienten die optimale Zusammensetzung einer Ernährungslösung darstellt.

Das Interesse der Krankenkassen ist es – neben einer fachlichen Hilfestellung – die Ärzte auch zu einer wirtschaftlicheren Verordnung zu motivieren. So lange die Informationen neutral und keinen Bezug zu den Produkten haben, kann nichts dagegen eingewendet werden.

Aber auch die Bedenken der DGEM sind nicht von der Hand zu weisen. Eine standarisierte Eingabe- und Auswahlmöglichkeit birgt immer die Gefahr, dass individualisierte Bedürfnisse der Patienten zu kurz kommen. Dennoch muss dem entgegengehalten werden, dass letztlich und schlussendlich die gesamte Behandlung in den Verantwortungsbereich des Arztes fällt.

Insgesamt zeigt sich aber hier der Trend, dass die Krankenkassen auf verschiedene Wege versuchen, auf die Verordnungen der Ärzte Einfluss zu nehmen. Dem muss die Industrie, insbesondere die drei großen Hersteller Baxter, Fresenius und B. Braun, etwas entgegensetzen, sonst werden sie über kurz oder lang ihren Einfluss auf den Verordner verlieren. Die offene Frage ist, wie dafür die richtige Strategie aussieht?

[ilink url=“http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51437″] Link zur Quelle (aerzteblatt.de)[/ilink]