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Die Zahl der Fachärzte für Neurologie hat sich von 2.226 Fachärzten im Jahr 2000 auf 5.370 Fachärzte im Jahr 2012 mehr als verdoppelt. Doch die Fachdisziplin Neurologie und Psychiatrie gilt unter Medizinern als besonders schwierig. Zudem sei der Mythos, die Neurologie sei ein rein diagnostisches Fach, in dem kaum Möglichkeiten zum Therapieren bestehen, noch weit verbreitet.

Die Nachwuchsorganisation „Junge Neurologen“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie möchte nun mit diesen Vorurteilen aufräumen und angehende Ärzte für das Fach motivieren und Nachwuchskräfte unterstützen. Christina Ossig, die Sprecherin der Organisation berichtet, dass aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts, ein steigender neurologischer Versorgungsbedarf bestünde.

Die Neurologie gehört zu den am stärksten wachsenden Fächern der Humanmedizin. Ebenso wächst die Attraktivität des Faches. Es gibt viele neue Behandlungsmöglichkeiten und medizinische Versorgungsangebote, berichtet Dr. Uwe Meier, der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Neurologen. Ein wesentlicher Nachteil der Neurologie ist allerdings, dass sie zu der am wenigsten verdienenden Fachgruppe zählt.

Bereits mehr als ein Drittel der Neurologen sind Frauen und bei den unter 35-Jährigen sind es inzwischen 63 Prozent. In den Führungspositionen der Kliniken sitzen jedoch derzeit noch fast ausschließlich männliche Kollegen.

Kommentar: Damit die Neurologen auch in Zukunft den steigenden Herausforderungen gerecht werden können, haben die Fachgesellschaft und der Berufsverband ein Konzept für die Verlängerung der Weiterbildung von fünf auf sechs Jahre erarbeitet und der Bundesärztekammer vorgelegt. Die verlängerte Weiterbildung ermöglicht es, verstärkt geriatrische und neuropsychologische Inhalte aufzunehmen. Die Inhalte der Weiterbildung müssten die geänderten Versorgungsstrukturen widerspiegeln. Durch die Leistungsverdichtung in den Kliniken hat es dort eine Konzentration auf schwer Kranke gegeben, gleichzeitig haben die Liegezeiten abgenommen. Viele Patienten, die früher stationär versorgt worden sind, werden heute von den niedergelassenen Neurologen betreut. Dies macht deutlich, dass die ambulante Neurologie in Zukunft einen höheren Stellenwert in der Weiterbildung erhalten muss.

[ilink url=“http://www.dgn.org/pressemitteilungen/die-wachsende-bedeutung-der-neurologie-fuer-die-gesundheitsversorgung.html“] Link zur Quelle (dgn.org)[/ilink]