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Nach einer Ausschreibung von Hilfsmitteln sind die Betroffenen verpflichtet, sich vom Ausschreibungsgewinner versorgen zu lassen. Wünschen sie dies nicht, müssen sie die Versorgung aus eigener Tasche bezahlen.

Bei den neu ausgeschriebenen Hilfsmittelverträgen für aufsaugende Inkontinenzartikel der Barmer GEK hat das Unternehmen Paul Hartmann kein Los gewonnen und damit vier Lose verloren, die sie bis dahin versorgt haben.

Die Barmer-Versicherten hatte Hartmann schon über das Einstellen der Versorgung in einem Brief informiert. In einem zweiten Brief berichtete der Hersteller in der vergangenen Woche, dass seitdem viele Reklamationen eingegangen seien. Daher bietet das Unternehmen den Patienten jetzt den Direktbezug ihrer Produkte an; natürlich auf eigene Rechnung und zu besonderen Konditionen. Dabei unterbietet Hartmann den Preis der Apotheken.

Eine Preisliste liegt dem Schreiben bei. Sie umfasst insgesamt rund 50 Produkte in Großpackungen mit bis zu 252 Stück (z. B. MoliMed Premium Mini für 47,90 Euro).

[ilink url=“http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/hartmann-umgeht-barmer-vertraege?page=0,0#text“]Link zur Quelle (Apotheke Adhoc)[/ilink]

Kommentar: Der Verlust von vier Losen mit ca. 7- 8.000 Patienten stellt ein Unternehmen vor viele Probleme, da die aufgebauten Kapazitäten nicht mehr länger benötigt werden. Für Paul Hartmann ist es nur konsequent, „seinen“ Patienten direkt anzusprechen und die Produkte privat an sie zu verkaufen. Insgesamt dürfte dieses Vorgehen in der Branche auch keinen großen Unmut hervorrufen, da durch die geringen Preise nur noch wenige Player Interesse an der Versorgung haben. Allerdings erhöht sich damit die Gefahr, dass die Inkontinenzversorgung in nicht allzu ferner Zukunft ganz aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen genommen wird. Die offene Frage ist dabei: Sind die Hersteller und Versorger auf einen derartigen Schritt vorbereitet?