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Eine aktuelle Deloitte-Studie, der 40 Interviews mit Leitern von kommunalen Kliniken zugrunde liegen, kommt zu dem Schluss, dass die durch die DRGs hervorgerufen Finanzsituation aktuell als das dringendste Problem im Krankenhausmarkt angesehen wird. Gefolgt von Sorgen um den Mangel von qualifizierten Fachkräften.

Bei der repräsentativen Befragung sehen 86 Prozent der Befragten eine starke Bedrohung im zunehmenden Mangel an Fachpflegekräften. Auch der Mangel an Ärzten ist für einen Großteil der Befragten (79%) eine spürbare Bedrohung. Aber auch der Personalengpass bei allgemeinen Pflegekräften für Pflegestationen rangiert unter den TOP 4 der am stärksten gesehenen Bedrohungen.

Den dadurch geschärften Wettbewerb um fähige Arbeitskräfte wollen alle Befragte durch die Einführung von flexiblen Arbeitszeitmodellen begegnen. Bereits 49 Prozent der Befragten haben ein solches System eingeführt  – der Rest ist gerade im Aufbau oder plant ein System zur Arbeitszeitflexibilisierung. Auch die Bereitstellung von Betreuungsangeboten für Kinder wird als wichtiges Unterscheidungsmerkmal genannt. So haben bereits 83 Prozent aller befragten Kliniken ein Betreuungsangebot geschaffen/ausgebaut oder planen dies in naher Zukunft zu tun. Variable Vergütungs- und Anreizsysteme halten jedoch nur 30 Prozent für relevant. Sie sehen durch das enge tarifvertragliche Rahmenwerk der Häuser in kommunaler Hand keinen Handlungsspielraum.

Die komplette Studie können Sie hier herunterladen: „Herausforderungen für kommunale Krankenhäuser in Deutschland“

Kommentar: Die Ergebnisse dieser Studie decken sich mit den Erkenntnissen einer Studie der Prognos AG vom Mai 2013. Dort schätzen 83 Prozent der befragten Klinikleitungen die Verbesserung der Erlössituation als prioritäre Aufgabe ein. Zugleich sehen auch 59 Prozent der Befragten die Personalgewinnung und -bindung durch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Hauptherausforderung. Dieses Bild ist jedoch zunehmend im Wandel. So schätzen 68 Prozent der Befragten, dass in fünf Jahren die Personalbindung die größte Herausforderung sein wird. Sogar noch vor der Verbesserung der Erlössituation (63%).

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