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Der GKV-Spitzenverband hat im Rahmen seines dritten Berichtes über den Umsetzungstatus des Pflegesonderprogramms informiert. Durch das Programm sollte von 2009 bis 2011 zusätzliches Pflegepersonal in den Krankenhäusern eingestellt werden. Krankenhäuser haben in dieser Zeit bis zu 0,48 Prozent ihres Budgets zusätzlich von der GKV erhalten, um neue Pflegekräfte einzustellen oder Teilzeitstellen aufzustocken.

Der Bericht für das Budgetjahr 2011 enthält folgende wesentliche Inhalte:

  •  973 Krankenhäuser haben das Pflegesonderprogramm im Jahr 2011 in Anspruch genommen
  • im Budgetjahr 2011 wurden ca. 147 Mio. Euro von den Krankenkassen zur Verfügung gestellt
  • dieses Finanzvolumen entspricht rund 3.800 Stellen
  • der zusätzliche Finanzierungsbetrag für 2009 bis 2011 beträgt insgesamt 1.066,8 Mio. Euro, was einem Finanzvolumen für ca. 14.400 zusätzliche Pflegevollkräfte entspricht.

Das Pflegesonderprogramm war eine Übergangslösung, um bis zur leistungsgerechten Abbildung des Aufwandes bei besonders pflegeintensiven Krankenhauspatienten eine Zusatzvergütung für den Pflegedienst in Kliniken zu ermöglichen. Seit 2012 erhalten die Kliniken die zusätzlichen Finanzmittel dauerhaft als speziell kalkulierte Zusatzentgelte für hochaufwendige Pflegefälle.

Ein abschließender Bericht zum Pflegesonderprogramm wird 2013 veröffentlicht. Dieser soll Aufschluss über die gesamte dreijährige Programmdauer geben.

Kommentar: Mit dem Pflegesonderprogramm, das mit dem Krankenhausfinanzierungsreformgesetz 2009 verabschiedet wurde, wollte der Gesetzgeber dem Stellenabbau im Pflegedienst der Krankenhäuser entgegenwirken.

Wie hoch die Zahl zur Verfügung stehenden Pflegenden tatsächlich ist, lässt sich nicht genau beziffern. Eine aktuelle Studie des Statistischen Bundesamtes geht von gut 1 Mio. Pflegekräften aus. Fakt ist hingegen, dass der Pflegenotstand besonderes in den Kliniken akut ist. Denn bezüglich der Pflegeberufe hat sich ein Strukturwandel vollzogen: Während der Anteil der Altenpflege an der Gesamtheit der Berschäftigen gestiegen ist, ist der Anteil der Gesundheits- und Krankenpfleger in den Kliniken gesunken. Dies ist vor allem ein Resultat der Kosteneinsparungsbemühungen vieler Krankenhäuser.

[ilink url=“http://www.gkv-spitzenverband.de/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_5952.jsp„] Link zur Quelle (GKV-Spitzenverband)[/ilink]