Seite auswählen

Der Interessenverband bpa (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste) wirbt um die ehemaligen Mitarbeiter der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker. Verbands-Chef Bernd Meuer bot dem Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz per Brief an, die 10.000 vor der Kündigung stehenden Schlecker-Mitarbeiter zu Altenpflegefachkräften umzuschulen.

[ilink url=“http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/pflege/article/809432/pflege-wirbt-mitarbeiter-schlecker.html“] Link zur Quelle (Ärzte Zeitung)[/ilink]

Kommentar: Nachdem die Pläne zur Schaffung einer Transfergesellschaft für die Schlecker-Mitarbeiter gescheitert sind, scheint das Angebot des Pflegeverbands zur rechten Zeit platziert zu sein. Zudem dürfte der Vorschlag durch den bevorstehenden Fachkräftemangel in der Pflege auf offene Ohren stoßen. Fakt ist, dass schon heute über 2,3 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sind. Tendenz steigend. Knapp eine Million Menschen sind demgegenüber in der Pflege beschäftigt.

Der demographisch bedingt steigenden Anzahl von Menschen, die ambulant oder in Pflegeheimen versorgt werden müssen, steht ein also ein Mangel an Pflegekräften gegenüber. Bis 2020 wird von einer Verschärfung der Situation und von einem zusätzlichen Bedarf an 220 000 Vollzeit-Pflegern ausgegangen.

Dass die Umschulung der Schlecker-Mitarbeiter zu Pflegekräften eine Lösung des Fachkräftemangels ist, darf mitunter angezweifelt werden. Abgesehen von dem eher anzunehmenden Einmaleffekt stellt sich die Frage, ob diese Maßnahme eine praktikable Option ist, hat die EU doch erst in der kürzlich geführten Diskussion die Anhebung der Zugangsvoraussetzungen für den Beruf des Kranken- und Altenpflegers gefordert und damit einen Berufseinstieg erschwert.