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Die Gesetzliche Krankenversicherung ist mit ihrem Positionspapier „Zukunftsmodell gesetzliche Krankenversicherung“ an die Bundesregierung zum Angriff gegen Apotheken übergangen. Volker Hansen, Vorsitzender des Verwaltungsrates beim GKV­Spitzenverband, hat hierbei deutliche Kritik an dem Fremd- und Mehrbesitzverbot für Apotheken geäußert. Seiner Ansicht nach gebe es keinerlei versorgungspolitische Argumente für diesen „Apotheken-Schutzschild“.  Hansen argumentiert, dass der Wettbewerb auch in anderen Versorgungsbereichen Antriebsfeder für eine hochwerte und bezahlbare Versorgung sei. Bei Apotheken gäbe es aber einen Bestandsschutz.

Die derzeitigen Strukturen des Apothekenmarktes bezeichnete er als „zementiert“ und forderte einen effizienteren und wirtschaftlicheren Arzneimittelvertrieb, zudem auch Versandapotheken einen wichtigen Beitrag leisten müssen. Jedoch würde diese behindert. Für seine sichere Versorgung sollten aber alle Vertriebswege genutzt werden, also auch Pick-up-Stellen und der Versandhandel.

Auch Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, sieht hinsichtlich einer sicheren Arzneimittelabgabe die Apotheken nicht in einer exklusiven Stellung. Auch andere Berufsgruppen könnten dies übernehmen, wenn sie die gesetzlichen Vorschriften erfüllen. Wo und und von wem Medikamente abgegeben werden sollen, ließ Pfeiffer allerdings offen.

Kommentar: Die Liberalisierung des Apothekenmarktes durch eine Aufhebung des Fremd- und Mehrbesitzverbotes findet aktuell zunehmend mehr politische Zustimmung. So äußerte zuletzt Grünen-Chef  Tritin Kritik an der  “schwarz-gelben Überregulierung des Arzneimittelmarktes” und sprach sich für Apothekenketten aus. Auch die SPD hatte diese Tendenz geäußert, dann aber in Person von Peer Steinbrück einen Rückzieher gemacht und verkündet, dass die Rolle der Apotheken sich in den nächsten vier Jahren nicht ändern wird. Nun machen also auch die Kassen Front gegen die inhabergeführte Apotheke und hoffen auf Einsparungen in Milliardenhöhe.

Hintergrund: Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa die noch an einem eingeschränkten Fremdbesitz- und Mehrbesitzverbotes festhalten. So besitzen Apothekenketten in den baltischen Staaten und Norwegen bereits bis zu 80 Prozent des Marktes. Besonders in Großbritannien, dem ältesten und größten Markt mit Apothekenketten, teilen sich bereits drei Branchenriesen 50 Prozent des Gesamtmarktes.

[ilink url=“http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&type=0&no_cache=1&Nachricht_ID=47104&Nachricht_Title=Nachrichten_Kassen+wollen+Apothekenketten“] Link zur Quelle (Pharmazeutische Zeitung)[/ilink]