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Der Münchner Gesundheitsökonom Günter Neubauer geht innerhalb der nächsten drei Jahren von einer Erhöhung des Krankenkassenbeitragssatzes auf durchschnittlich 16 Prozent aus.Derzeit liegt der durchschnittliche Kassensatz inklusive Zusatzbeitrag bei 15,5 Prozent. Er befürchtet, dass zahlreiche Kassen schon ab 2015 die Beiträge anheben müssen. Grund seien die steigenden Kosten und Defizite bei vielen Krankenkassen.

Bestätigung seiner Prognose erhält Neubauer von Kieler Gesundheitsökonom Thomas Drabinski, der im gleichen Zeitraum sogar mit einem Anstieg des durchschnittlichen Krankenkassenbeitrags auf 17 Prozent rechnet. Drabinski glaubt, dass die Krankenkassen finanzielle Lücken durch den einkommensabhängigen Zusatzbeitrag schließen werden und damit Lohn-, Gehalts- und Rentenempfänger belasten. Auch bei finanziell besser gestellten Krankenversicherungen sei ein geringerer Zuschlag denkbar.

Kommentar: Gesundheitsfonds und Krankenkassen verfügten am Ende des 1. HJ 2013 über Finanzreserven von rund 27,7 Mrd. Euro (16,6 Mrd. Euro bei den Krankenkassen und 11,1 Mrd. Euro beim Gesundheitsfonds). Trotz konjunktureller Risiken in der Euro-Zone wird sich die Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung auch im Gesamtjahr 2013 bei einer deutlich gebremsten Überschussentwicklung nochmals verbessern. 2014 wird es Informationen des Gesundheitsministeriums zufolge keinen Zusatzbeitrag geben. Ab 2015 droht der GKV ein Defizit von  drei Milliarden. Für 2016 wird ein Minus von sechs Milliarden Euro  prognostiziert. 2017 soll das Defizit zwischen Einnahmen und Ausgaben bereits zehn Milliarden Euro betragen. Spätestens 2017 werden viele Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben. Demnach liegen die beiden Gesundheitökonomen in ihrer Einschätzung, dass die Beiträge zur Krankenversicherung steigen werden, richtig.

[ilink url=“http://www.t-online.de/wirtschaft/versicherungen/id_66919090/bis-2017-werden-krankenkasse-beitraege-enorm-steigen.html“] Link zur Quelle (T-Online.de)[/ilink]