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Eigentlich ist Toyota als einer der größten Automobilhersteller der Welt bekannt. Nun plant das japanische Unternehmen, in den rasant wachsenden Markt für Wearables einzusteigen. Das Projekt namens Blaid befindet sich zwar noch im Prototypenstadium, soll aber schon bald die Lücke zwischen Blindenhunden, Blindenstöcken und GPS-Geräten ausfüllen.

Die Ingenieure von Toyota arbeiteten über einen Zeitraum von vier Jahren mit Organisationen und blinden Menschen zusammen, um deren Bedürfnisse genau zu analysieren. Heraus kam der aktuelle Prototyp in Form eines Hufeisens, der um den Hals getragen wird. So bleiben die Hände frei. Er ist mit Kameras ausgestattet, die über Spracherkennung und Knöpfe angesteuert werden und dem Träger über Lautsprecher und Vibrationen Hindernisse etc. anzeigen. Über Bluetooth kann außerdem das Smartphone mit dem Wearable verbunden werden.

Das Gerät soll Objekte in der unmittelbaren Umgebung der Träger erkennen können, darunter auch Verkehrszeichen und Schilder. Darüber hinaus soll es Rolltreppen, Stufen, Aufzüge, öffentliche Toiletten und viel mehr identifizieren und so die Orientierung und Navigation in geschlossenen Räumen wie Einkaufszentren, Flughäfen etc. deutlich erleichtern. Zu den weiteren geplanten Funktionen zählen außerdem Indoor Mapping sowie Gesichtserkennung.

„Das Projekt Blaid ist ein Beispiel, wie Toyota den Weg für die Zukunft der Mobilität ebnet, wenn es beim Thema Fortbewegung um mehr als nur Automobile gehen wird“, so Simon Nagata, leitender Vizepräsident von Toyota Motor North America.  „Wir wollen allen freie Mobilität ermöglichen, unabhängig von den äußeren Umständen, Ort oder Fähigkeiten“, führt er weiter aus und ergänzt: „Wir glauben, dieses Projekt hat das Potenzial, das Leben von Blinden oder Menschen mit eingeschränkter Sehkraft zu bereichern.“ Toyota gibt an, dass in Kürze Betatests anlaufen sollen, zum genauen Start machte das Unternehmen allerdings keine Angaben.

Kommentar: Der Dienst Google Maps bietet mit Indoor Maps bereits eine ähnliche Funktion. Damit können die Gebäudepläne ausgewählter Flughäfen, Kaufhäuser, Einkaufszentren und sonstiger öffentlich zugänglicher Gebäude abgerufen und darin navigiert werden. Bislang ist die Anzahl der verfügbaren Standorte allerdings begrenzt.

[ilink url=“http://www.toyota.com/usa/story/effect/projectblaid.html“] Link zur Quelle (Toyota)[/ilink]