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Elektronische Rezepte sollen für weniger Fehler auf den Verordnungen und weniger Retaxierungen sorgen, auch wenn Skeptiker vor Problemen in puncto Datenschutz warnen. Die Onlineversandapotheken sind dagegen klare Befürworter des Konzeptes, könnte so die Einlösung verschreibungspflichtiger Medikamente ebenfalls problemlos über das Internet vonstattengehen. Der pharmazeutische Versandhändler Zur Rose hat nun das Projekt „eRx“ vorgestellt – und will sich damit um Gelder aus dem Innovationsfonds bewerben.

Gemeinsam mit dem Deutschen Hausärzteverband (HÄV), dem Kassendienstleister GWQ ServicePlus AG und weiteren Beteiligten hat Zur Rose bereits einen festen Zeitplan zur Einführung des elektronischen Rezeptes vorgelegt. Dieser umfasst Modellprojekte in Bremen und Bayern und einen Eingang in die Regelversorgung im Jahr 2019. CDU-Gesundheitsexperte Michael Hennrich und ABDA-Vize Mathias Arnold sehen in der elektronischen Verordnung ein wirksames Mittel zur Entlastung der Apotheker. Da alle Felder ausgefüllt sein müssten, würde automatisch die Anzahl der Retaxierungen sinken.

Nicht überzeugt sind bisher allerdings die Betroffenen selber. Bei einer Umfrage unter 200 Lesern des Onlinejournals „Apotheke Adhoc“ sprach sich die Mehrheit der Befragten gegen das E-Rezept aus. Knapp 50 Prozent halten es für riskant, da es den Onlinehandel mit Pharmazeutika fördern würde. Zwölf Prozent meinen, das Vorhaben sei eine gute Idee, zweifeln aber an der Umsetzbarkeit. Lediglich zehn Prozent standen der Einführung aufgeschlossen gegenüber und bezeichneten die herkömmlichen Papierrezepte als anachronistisch. Ähnliche Ergebnisse hatte es bereits im November 2015 bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid gegeben. 65 Prozent der damals 1.000 Befragten gaben an, ein Rezept nicht über das Internet verschicken zu wollen.

 Kommentar: Im US-amerikanischen Bundesstaat New York ist das E-Rezept seit dem 27. März 2016 Pflicht. Bereits 2012 wurde ein Gesetz mit Namen I-Stop (Internet System for Tracking Over-Prescribing) erlassen, das Rezeptfälschungen, Betrügereien oder Fehler bei der Abgabe durch unleserliche Handschriften verhindern sollte. Der Arzt sendet das Rezept per Mausklick über ein sicheres Übertragungssystem an die vom Patienten gewünschte Apotheke. Den Ärzten drohen Geld- und Freiheitsstrafen, wenn sie das E-Rezept nicht nutzen. Grund dafür ist der zunehmende Missbrauch verschreibungspflichtiger Opioide – 2013 hatte es 1.227 Opioid-Todesfälle in New York gegeben.

[ilink url=“http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/umfrage-elektronische-rezepte-apotheker-sind-skeptisch/“] Link zur Quelle (Apotheke Adhoc)[/ilink]