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Vor der am Mittwoch in Berlin stattfindenden Zusammenkunft der Gesundheitsminister von Bund und Ländern, bei der auch über die Krankenhausversorgung in Deutschland diskutiert wird, rückt das Thema Qualität von Kliniken erneut in den Fokus.

Betreiber von Krankenhausportalen haben den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) dazu aufgerufen, dass auf Basis der Qualitätsberichte der Krankenhäuser künftig auch für Patienten sinnvolle Informationen erstellt werden können. Ziel der Betreiber, wie etwa „Weisse Liste“ oder „Klinikbewertungen.de, sei es, dass Patienten auf Basis von verständlichen Qualitätsindikatoren Krankenhäuser in Bestenlisten aussuchen können. Hintergrund des Aufrufes ist, dass Krankenhäuser zwar seit dem Jahr 2005 gesetzlich verpflichtet sind, regelmäßig strukturierte Qualitätsberichte zu veröffentlichen, diese aber nicht nachvollziehbar seien.

Unterstützung könnten die Betreiber von Patientenportalen von der Bundesregierung erhalten, die sich zum Ziel gesetzt hat, Patienten verständlich über die Qualität der Kliniken zu informieren. Auch der G-BA erkannte bereits 2012, dass „„die Qualitätsmessungen  nicht sämtliche der häufigsten Eingriffe abdecken.“

Gegenwehr kommt von seiten der Krankenhäuser, die monieren, dass die kommerziellen Interessen der Vermark­ter nicht den Maßstab für die Berichterstattungspflicht der Krankenhäuser darstellen dürfen.

Kommentar: Inwiefern es hierbei den Betreibern von Krankenhausportalen um das Patienteninformationsbedürfnis oder vielleicht auch um ihr eigenes Geschäftsmodell geht, lässt sich nur erahnen. Klar ist, dass die Qualitätsdebatte in deutschen Kliniken zuletzt wieder in den Fokus gerückt ist. Auslöser war der seit 1993 alljährlich erscheinende Krankenhaus-Report des Wissenschaftlichen Instituts (WidO) der Krankenkasse AOK. Dieser nannte die Zahl von 19.000 Todesfällen als Folge von Behandlungsfehlern im Krankenhaus. Eine der Kernaussagen des Reports ist, dass (beruhend auf Schätzungen der AOK) bei ca. jeder 100. Krankenhausbehandlung ein Behandlungsfehler vorkommt, wobei dies bei etwa jedem 1000. Patienten tödlich ausgehe.

Auch der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat sich für eine Qualitätsoffensive ausgesprochen. Gröhe will die Gründung eines neuen Qualitätsinstituts vorantreiben, das den Vorstellungen der großen Koalition zufolge sämtliche Daten der Patienten über den Erfolg oder Probleme bei medizinischen Eingriffen auswerten soll. Konkret nannte er hierbei als Aufgabe des Instituts, eine im Internet einsehbare Vergleichsliste zu Behandlungserfolgen der Krankenhäuser zu erstellen. Schlechte Qualität solle dann durch Abschläge bei der Finanzierung sanktioniert werden.

[ilink url=“http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58333/Krankenhausportale-wollen-besser-werden“] Link zur Quelle (Ärzteblatt.de)[/ilink]