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In der geplanten Übernahme des Rhön-Klinikum durch den Helios-Mutterkonzern ist ein weiterer Mitspieler auf den Plan getreten: Das  Medizintechnikunternehmen B. Braun hat sich nach Informationen der Nachrichtenagentur „Reuters“ und der Online-Augabe des „Handelsblatt“ beim Rhön-Klinikum beteiligt. Das Familienunternehmen aus Melsungen sei schon seit längerer Zeit beim Rhön-Klinikum engagiert und verfüge zudem über Optionen auf weitere Aktien. Der Anteil liege jedoch unterhalb der Meldeschwelle von fünf Prozent. Ein Sprecher von B. Braun sagte, der Konzern äußere sich grundsätzlich nicht zu Aktienkäufen.

B. Braun betreibt im Gegensatz zu Fresenius, Asklepios und Rhön selbst keine Kliniken, beliefert Krankenhäuser aber u.a. mit Medizintechnik, chirurgischen Instrumenten und Infusionen. Das Unternehmen hatte bereits 2005 einen Vorstoß in den Klinikmarkt gewagt und als Minderheitsbieter mit Asklepios ein Angebot für das Uniklinikum in Gießen und Marburg vorgelegt. Den Zuschlag bekam damals allerdings Rhön-Klinikum.

Mit dem ersten (3,1 Milliarden Euro schweren) Übernahmeangebot war Fresenius gescheitert, weil der Konzern lediglich 84,3 Prozent der Rhön-Aktien einsammeln konnte.

Kommentar: Fest steht: Die angestrebte Übernahme von Rhön-Klinikum durch Fresenius wird immer schwieriger. Neben den Konkurrenten Asklepios (~5 Prozent) und Sana (< 3 Prozent) ist nun der Medizintechnikkonzern B. Braun (< 5 Prozent) beteiligt. Bei Rhön-Klinikum gilt für wichtige Entscheidungen eine satzungsmäßige Sperrminorität von nur zehn Prozent. Daher können Besitzer mehrerer kleiner Aktienpakete gemeinsam eine völlige Übernahme verhindern.

Sollte sich Fresenius bei einem erneuten Übernahmeversuch mit 50 Prozent der Rhön-Anteile begnügen, könnten jedoch wichtige Unternehmensentscheidungen von den anderen Anteilseignern blockiert werden. Bislang soll aber eine Aufsichtsratsmehrheit gegen dieses Vorgehen sein.

Ein weiterer Grund für das Blockieren der Übernahme könnte darin liegen, dass die Versicherer nicht wollen, dass ein riesiger Klinikbetreiber entsteht, der eine große Verhandlungsmacht hat und eventuell sogar selbst eine private Zusatzversicherung anbietet. Dies scheint das Motiv des Einstieges von Sana zu sein, denn der viertgrößte private Klinikbetreiber gehört mehr als 30 privaten Krankenversicherern (u .a. Allianz, DKV Signal und Continentale).

[ilink url=“http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/uebernahmekampf-immer-mehr-interessenten-fuer-rhoen-klinikum/6876184.html“] Link zur Quelle (Handelsblatt.com)[/ilink]