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Nachdem das Kartellamt im November das Hauptprüfungsverfahren zur Übernahme von 43 Kliniken des Rhön Konzerns durch die Fresenius Tochter Helios eingeleitet hat, folgte nun das Ergebnis der Prüfung. Generell wurde entschlossen, dass Fresenius Helios einen Großteil der Kliniken von Rhön übernehmen darf. Jedoch müssen auch Einschränkungen hingenommen werden. Auf drei Klinikmärkten stellten die Wettbewerbshüter jedoch wettbewerbliche Bedenken fest und genehmigten weniger Übernahmen als geplant. So kann Helios nicht wie geplant 43, sondern nur 40 Krankenhäuser übernehmen. Auch zwei medizinische Versorgungszentren dürften nicht den Eigentümer wechseln. So werden nun nur noch 13 MVZs demnächst unter der Führung von Helios stehen.

Ein Sprecher von Fresenius teilte bereits im Vorfeld mit, dass er nicht daran glaube, dass die Übernahme vollständig genehmigt wird. Mit einer Quote von über 90 Prozent sei man jedoch zufrieden. Im Zuge der Übernahme musste sich Fresenius auch von zwei Kliniken trennen. Die beiden Häuser in Zwenkau und Borna im Landkreis Leipziger Land gehen an die Gesellschaft HCM SE des Rhön-Gründers Eugen Münch.

Die mit der Übernahme entstehenden Einmalkosten beziffert Helios auf insgesamt rund 80 Mio. Euro. Diese Summe soll im ersten Jahr die Bilanz der übernommenen Häuser deutlich schmälern. Aber bereits im zweiten Jahr wir mit „deutlich positiven“ Ergebnissen gerechnet.

Kommentar: Durch die Übernahme der nun 40 Kliniken und 13 MVZs entsteht der nun der größte Klinikkonzern Europas. Schon zuvor war Helios die größte Klinikkette in Deutschland mit einem Umsatz von 3,2 Mrd. Euro. Durch die Übernahme steigt das Krankenhausportfolio von Fresenius Helios auf 112 Kliniken und der Gesamtumsatz auf über 5 Mrd. Euro.

Was den neuen Helios-Kliniken droht, zeigt ein aktueller Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel. Berichten zufolge wurde aus Profitabilitätsgründen in den übernommen Krankenhäusern Rottweil und Schramberg die Zahl der Oberärzte um 5, die Zahl der Stationsärzte um 14 und die Zahl der Pflegekräfte um 32 Prozent gekürzt. Auch würden vermehrt klinikeigene Teilbereiche ausgegliedert werden. Das darunter jedoch die Arbeitskräfte und Patienten zu leiden hätten, weißt Helios-Gründer Lutz Mario Helmig zurück. Nun würden die Pflegekräfte nicht mehr nur Kaffee trinken sondern auch mal arbeiten, so die sinngemäße Aussage von Herrn Helmig.