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Auf dem deutschen Klinikmarkt sei zwar die große Privatisierungswelle vorbei, doch gäbe es weiteres Potenzial für Privatisierungen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken (BDPK). Begünstigt würde die Privatisierung durch die Wirtschaftskrisen in anderen europäischen Staaten.

Diese Ansicht stützen auch die Vorstandschefs dreier großer privater Klinikkonzerne (Sana, Asklepios, Rhön-Klinikum).  „Der Privatisierungszug wird weiterfahren“, sagte Sana-Vorstands-Chef Michael Philippi und äußerte sich skeptisch darüber, ob kommunale Verbünde eine Alternative sind.

Auch Dr. Ulrich Wandschneider von Asklepios gab sich sicher, dass weitere kommunale Häuser privatisiert werden: „Je mehr Druck auf den kommunalen Kassen lastet, desto schneller wird es gehen“, sagte er.

Rhön-Vorstandschef Wolfgang Pföhler kündigte an, dass der Konzern „nicht bei jedem Objekt zugreifen“ wolle, zeigte sich aber ebenfalls überzeugt, dass der Privatisierungsdruck steigen wird.Er wandte sich explizit gegen das Vorurteil, dass Gewinnerwirtschaftung im Krankenhaus der Qualität schade. „Ohne Gewinne keine Investitionen und keine Innovationen“, so Pföhler.

Der BDPK zielt mit der Studie darauf ab, sowohl die wirtschaftliche Bedeutung privater Kliniken zu untermauern als auch gängigen Vorurteilen gegenüber diesen Häusern zu begegnen und verweist dabei auf folgende Studienergebnisse:

  • Private Krankenhäuser betreiben einen höheren Anteil an Kliniken im ländlichen Raum als öffentliche und freigemeinnützige.
  • Die Studie zeigt zudem, dass private Krankenhäuser mit ihrem Privatpatientenanteil von neun Prozent genau im Durchschnitt aller Krankenhäuser liegen.
  • Die Patienten in privaten Kliniken sind im Durchschnitt mit 57,9 Jahren etwas älter als in kommunalen (55,6 Jahre) und freigemeinnützigen Häusern (55,7 Jahre).

[ilink url=“http://www.bdpk.de/privatkliniken.php/cat/28/aid/662/title/Pressemitteilung:_Krankenhaeuser_muessen_unternehmerisch_handeln“] Link zur Quelle (BDPK)[/ilink]