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In der Schweiz haben die Kosten, die Versicherte bei ihrer Krankenkasse verursachen, einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Onlineportal „20 Minuten“ berichtet, habe jeder Versicherte im Jahr 2012 durchschnittlich
3.259 Franken (rund 2.650 Euro) Gesundheitskosten für die obligatorische Krankenpflegeversicherung verursacht. „Das sind 2,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor“, schreibt das Portal. Insgesamt betrugen die Beahandlungskosten in der die Krankenpflegeversicherung im vergangenen Jahr 25,7 Milliarden Franken.

Besonders teuer sind ambulante Behandlungen im Krankenhaus wie etwa Chemotherapien oder beispielsweise diagnostische Untersuchungen mit Hightechgeräten wie Magnetresonanz- und Computertomographie. Dieser Ausgabenblock stieg um 5,8 Prozent oder 250 Millionen Franken. Zum Vergleich: Die Ausgaben für stationäre Behandlungen stiegen um 2,7 Prozent oder 150 Millionen Franken.

Auffällig sei zudem, dass es zwischen den einzelnen Kantonen der Schweiz erhebliche Unterschiede gibt: So kostete der durchschnittliche Patient in Basel-Stadt als teuerstem Kanton 4353 Franken, in Appenzell-Innerrhoden aber nur 2380 Franken.

Kommentar: In der Schweiz setzen die Kassen noch stark auf die Risikoselektion, was immer wieder zu gesundheitspolitischen Diskussion geführt hat. So herrscht beim Krankenkassenverband Santésuisse aufgrund der unterschiedlichen Interessen der gut 60 im Verband zusammengeschlossenen Kassen viel Unruhe.

Vor rund zwei Jahren gründeten deshalb Sanitas, Helsana und Groupe Mutuel den Konkurrenzverband Allianz Schweizerischer Krankenversicherer (AKS). Der Grund dafür war, dass die Groupe Mutuel, welche stark auf Risikoselektion setzt, sich deutlich gegen Santésuisse stellte. Santésuisse hatte eine Verschärfung des Risikoausgleichs geplant. Weil aber die Gründungsmitglieder der AKS, Sanitas und Helsana, anderer Meinung sin, wird es bald drei Verbände geben, welche die Interessen der Krankenkassen vertreten. Helsana und Sanitas werden zusammen mit der CSS einen neuen Verband ohne Groupe Mutuel gründen. Für Santésuisse ist dies ein herber Schlag: Ohne den Branchenführer CSS und die beiden Grosskassen Helsana und Sanitas kann Santésuisse kaum mehr als Dachverband auftreten.

Dabei dürfte es allen Beteiligten klar sein, dass Verbände, die sich intern blockieren, sind keine glaubwürdigen Akteure im Gesundheitswesen sind. Offen sind hingegen die Folgen für die Prämienzahler und welche Auswirkungen diese Entwicklung auf die Debatte über die Einheitskasseninitiative in der Schweiz hat. 

 

[ilink url=“http://www.20min.ch/schweiz/news/story/24836660″] Link zur Quelle (www.20min.ch)[/ilink]