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2.260 Versicherte und 522 Ärzte wurden in einer durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Finanzdienstleisters MLP durchgeführten Studie zu ihren Erwartungen und Befürchtungen in Bezug auf die Entwicklung des deutschen Gesundheitswesens befragt. Sie zeigten sich besorgt:

  • 50 Prozent rechnen damit, dass teure Behandlungen bei älteren Patienten künftig nicht mehr vorgenommen werden;
  • 80 Prozent gehen von steigenden Kassenbeiträgen aus;
  • 75 Prozent glauben, dass es schwieriger werde, einen Platz im Pflegeheim zu bekommen;
  • 50 Prozent befürchten, dass es künftig nicht mehr genügend Ärzte geben wird;
  •  72 Prozent geben dem Gesundheitssystem aktuell gute und sehr gute Noten (das ist den Angaben zufolge der höchste Wert seit 2004).

Kommentar: Die in der Umfrage geäußerten Befürchtungen zeigen sich zum Teil bereits heute in den aktuellen Entwicklungen. Die Verteilung der zur Verfügung stehenden Geldmenge auf die benötigten Leistungen führt zu diversen Maßnahmen, welche die Kassen bereits praktizieren, um etwa geringere Preise für Produkte und Dienstleistungen zu vereinbaren. Dies zeigt sich einerseits in sinkenden Pauschalen für die Versorgung chronisch Kranker (insbesondere im Homecare-Markt) wie auch im Bereich der Arzneimittel durch die Schwächung der Pharmaindustrie bei der Festsetzung der Medikamentenpreise. Rabattverträge wird es in Zukunft für immer mehr Wirkstoffe geben. Insbesondere im Homecare- und Hilfsmittelmarkt gibt es Produktbereiche, die bei den Krankenkassen auf dem Prüfstand stehen.