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Im Anschluss an die Veröffentlichung des Koalitionsvertrages befragte die Schwenniger Krankenkasse 1.000 Bundesbürger zu ihrer Meinung über die Kernänderungen bei der Finanzierung der Krankenversicherung. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz der Änderungen fast drei Viertel der Befragten vermuten, dass eine deutliche Steigerung der Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung in den nächsten Jahren erfolgen wird.

Des Weiteren finden 72 Prozent der Befragten es gut, dass die einkommensunabhängige Zusatzpauschale abgeschafft wird. Ähnliche Werte erzielen Fragen nach dem Empfinden, dass nun Besserverdienende höher belastet werden, wenn die Kasse in Finanznot gerät, und dass statt Prämienauszahlungen nun der Monatsbeitrag zur Krankenversicherung gesenkt wird. Die höchste Zustimmung erhält jedoch der noch einzuführende Arztterminservice. 89 Prozent der Befragten finden den Service der Arzttermine innerhalb von 4 Wochen garantiert gut.

Negativ hingegen finden die Befragten, dass keine Beitragsparität zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern hergestellt wurde. 68 Prozent der befragen finden es nicht gut, das der Beitragssatz der Arbeitgeber auf 7,3 Prozent eingefroren bleibt und die Kostensteigerung allein von den Arbeitnehmern zu tragen sind.

Was die Versicherten und Krankenversicherungen freut, sehen jedoch die Volkswirtschaftsvertreter anders. „Die Rückkehr zu rein einkommensabhängigen Beiträgen sorgt für soziale Ausgewogenheit und stößt bei den Beitragszahlern auf große Zustimmung“, so Siegfried Gänsler, Vorstandsvorsitzende der Schwenniger Krankenkasse. Professor Dr. Wolfgang Greiner, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität Bielefeld, hält diese Änderung jedoch für sehr unsozial. Durch den jährlichen Bundeszuschuss, der aus Steuergeldern finanziert wird, tragen Personengruppen mit höherem Einkommen bereits mehr zum Gesundheitssystem bei. Nun müssten sie sehr viel mehr zahlen, um ärmere Bevölkerungsschichten zu subventionieren. Er fasst somit den Schluss, dass es in den nächsten Jahren weiter ausschließlich zu Beitragserhöhungen kommen wird und angesichts der demografischen Situation das Gesundheitssystem weiterhin nicht nachhaltig finanziert ist.

Kommentar: Der vorher vorherrschende Zustand mit der unermesslichen Angst der Kassen Zusatzbeiträge erheben zu müssen war jedoch auch nicht mehr hinnehmbar. Krankenkassen, die Zusatzbeiträge erheben mussten, wurden mit immensen Versichertenabwanderungen abgestraft. Eine Möglichkeit wäre gewesen, den Beitragssatz so weit abzusenken, dass alle Kassen einen Zusatzbeitrag erheben müssen. Dies wäre jedoch den Bundesbürgern und den Krankenkassenvertretern nur schwer zu vermitteln gewesen.

[ilink url=“http://www.hcm-magazin.de/72-prozent-der-bundesbuerger-befuerchten-kostenspruenge-bei-krankenkassen/150/10740/214058/“] Link zur Quelle (hcm Magazin)[/ilink]