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Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft KPMG ist zwar die Zahl der Klinikbetten in den vergangenen rund zwanzig Jahren deutlich zurückgegangen, trotzdem sind aber die Krankenhauskapazitäten im gleichen Zeitraum um 35 Prozent gestiegen.

Demnach ist die Zahl der Krankenhausbetten in den vergangenen rund 20 Jahren um 22,5 Prozent gesunken: Die Zahl der Betten fiel von knapp 646.995 im Jahr 1992 auf nur noch 501.475 im Jahr 2012. Auf der anderen Seite ist aber die Zahl der behandelten Fälle infolge der verkürzten Verweildauer (-42 Prozent) stark gestiegen.

Im Ergebnis können Krankenhäuser heute mit deutlich weniger Betten deutlich mehr Patienten behandeln. Wurden 1992 im Schnitt noch gut 23 Patienten pro Bett und Jahr kuriert, waren es 2012 bereits 37,1 Fälle pro Bett. Das sind 60 Prozent mehr als 1992. Die Studienautoren sehen in dieser Entwicklung ein Beleg für die gestiegene Produktivität der Kliniken. Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt, dass die Behandlungskapazität seit 1992 um 35 Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig ist aber die Auslastung stark gesunken: Von 83,9 Prozent im Jahr 1992 auf nur noch gut 77 Prozent im Jahr 2012. Experten gehen davon aus, dass eine Auslastung von 85 Prozent optimal ist.

Auch das Personal in den deutschen Krankenhäusern ist produktiver geworden. Zwar ist die Zahl der Angestellten in deutschen Krankenhäusern zwischen 1992 und 2012 um 5,1 Prozent leicht zurückgegangen. Jeder Krankenhausmitarbeiter konnte aber im Jahr 2012 im Schnitt beinahe ein Drittel mehr Krankheitsfälle versorgen als noch 1992.

Kommentar: Deutschland gehört zu den Ländern mit besonders vielen Klinikbetten. Auf 1.000 Einwohner kamen im Jahr 2011 8,3 Betten. Im Vergleich haben nur Japan mit 13,4 sowie Korea (9,6) und Russland (9,4) eine höhere Bettendichte. Der beschriebene Rückgang hat sich aber in den letzten fünf Jahren (2007-2011) abgeschwächt und die die Bettenanzahl ist seitdem relativ konstant geblieben (minus ~5.000 Betten).

Mit Blick auf die dahinter liegende Trägerstruktur lässt sich folgendes Bild zeichnen: Die öffentlichen (222.000 / 48%) und die freigemeinnützigen Träger (163.000 / 35%) stellen mehr als vier Fünftel der Krankenhausbetten (83%). Jedoch ist die Anzahl der Krankenhausbetten bei diesen Trägern im 5-Jahres Trend rückläufig. Die Anzahl der Betten in privaten Kliniken steigt dagegen zweistellig (20,3%). So konnte der Marktanteil der privaten Krankenhausbetten von 14% auf 17% gesteigert werden.

 

[ilink url=“http://www.kma-online.de/nachrichten/namen___nachrichten/kpmg-studie-kliniken-so-produktiv-wie-nie-zuvor___id__32291___view.html“] Link zur Quelle (kma-online.de)[/ilink]