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Als Folge des demografischen Wandels wird die Zahl der Krebsneuer­krankungen in Deutschland in den nächsten Jahren um etwa ein Sechstel ansteigen. Dies geht aus der Studie „Herausforderung demografischer Wandel – Bestandsaufnahme und künftige Anforderungen an die onkologische Versorgung” hervor, die das Institut für Community Medicine der Universität Greifswald im Auftrag derDeutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) anfertigte.  Im Fokus der Studie steht die Betrachtung der Entwicklung der Krebsmorbidität und der regionalen onkologischen Versorgung für das Jahr 2020.

2020 wird es der Studie zufolge dann etwa 1,5 Millionen Krebskranke in Deutschland geben. Konkret erwarten die Epidemiologen zwischen 2008 und 2020 einen Anstieg der Krebsprävalenz bei Männern um rund 116.000 auf dann 795.000 Patienten (+17%) und bei Frauen um 60.000 auf 725.000 Patientinnen (+9%). In diesem Zeitraum wird die Zahl der Krebsneuerkrankungen um circa 67.000 pro Jahr zunehmen. Die größten absoluten Anstiege soll es bei Krebsentitäten mit einem Altersgipfel im höheren Lebensalter geben, bspw. bei  Prostatakrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs und Brustkrebs.

Eine Kostenexplosion bei den Krebstherapien erwartet der DGHO-Vorsitzende Matthias Freund trotz steigender Patientenzahlen jedoch nicht: „Die onkologische Behandlung wird auch in Zukunft bezahlbar bleiben“, sagte er.  Gemessen am Vergleichsjahr 2008 steige allerdings der Bedarf an Ärztinnen und Ärzten mit der Schwerpunktbezeichnung Hämatologie und Onkologie. Je nach Bundesland würden zwischen sechs und 25 Prozent mehr Ärzte gebraucht.

Zudem brachte die Studie hervor, dass ein großer Teil des Versorgungsbedarfs im ambulanten Sektor ensteht. Denn Abrechnungsdaten hätten gezeigt, dass die Zahl der Patienten mit ambulanten Krebstherapien zwischen 2008 und 2011 stärker zugenommen hat als dies allein durch demografische Effekte zu erwarten gewesen wäre.

Kommentar: Die Ergebnisse der Analyse der Abrechnungsdaten aus dem WINHO belegen eine steigende Anzahl der Patienten mit ambulanten Behandlungen, was eine Verschiebung von Leistungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich andeutet. Dies zeigt sich auch in dem Kostenanstieg im ambulanten Sektor, der mit 52 Prozent höher ausgefallen ist als der Zuwachs im stationären Bereich (31%). Hier stellt sich die Frage, welche Leistungen vorwiegend ambulant erbracht werden und künftig vor dem skizzierten Hintergrund stärker nachgefragt werden. Neben der sektoralen Differenzierung zeigt die Studie einen beachtlichen Zuwachs des Versorgungsbedarf in den strukturschwachen Regionen und den Randgebieten Deutschlands auf.

[ilink url=“http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/53496/Studie-belegt-steigenden-onkologischen-Versorgungsbedarf“] Link zur Quelle (Ärzteblatt)[/ilink]

[ilink url=“http://www.dgho.de/informationen/presse/pressemitteilungen/bd1_gesundheitspolitische_schriftenreihe_der_dgho_web.pdf“] Link zur Studie (DGHO)[/ilink]