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Für eine Zusammenführung der privaten (PKV) und gesetzlichen (GKV) Krankenversicherung haben sich die Bertelsmann Stiftung und die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ausgesprochen. Basierend auf einer von beiden Organisationen in Auftrag gegebenen Studie fordern sie gemeinsam die Einführung einer sogenannten integrierten Krankenversicherung. Im Vergleich zur Bürgerversicherung seien aber Modifizierungen notwendig. Das Fazit der Studie: Die derzeitig im Rahmen der Bürgerversicherung diskutierte Aufspaltung der Krankenversicherung ist den Autoren zufolge ineffizient und problematisch für Selbstständige und Geringverdiener. Dennoch plädieren Bertelsmann Stiftung und vzbv für eine Finanzierung aus drei gleichstarken Säulen: den Beiträgen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und aus Steuermitteln.

Angesichts der Finanzierungsprobleme in Zeiten einer schwächelnden Konjunktur glaubt DGVP-Präsident Wolfram-Arnim Candidus fest an Rationierungen. Zudem ist er überzeugt, dass die Politik großes Interesse an den finanziellen Rückstellungen der PKV habe. „Mit diesen 120 – 180 Milliarden Euro könnten nämlich die anstehenden Beitragserhöhungen in der GKV vermieden werden“, so Candidus weiter.

Der DGVP-Präsident fordert daher eine Modifizierung der bestehenden Krankenversicherungssysteme, bei der die demografische und technologische Entwicklung Einfluss auf die zukünftige Struktur der Krankenversicherung nehmen müsse.

Die Studie hat ferner die Konzepte der Bürgerversicherung von SPD und Grünen hinsichtlich „Gerechtigkeit“, „Nachhaltigkeit“ und „Effizienz“ verglichen und ist zu dem Schluss gekommen, dass es mit dem SPD-Modell bereits in den mittleren Einkommensbereichen eine spürbar Erhöhung der Gesamtbelastung geben würde. Etwas geringere Belastungen brächte das Konzept der Grünen.

Kommentar: In der Gesundheitspolitik scheint derzeit die Diskussion um den Fortbestand der privaten Krankenversicherung alle anderen Themen in den Schatten zu stellen. Die Vision einer integrierten Krankenversicherung liefert hierzu weiteren Zündstoff. Vertreter der PKV konterten naturgemäß den im Rahmen der Studie angeführten Reformvorschlägen, die zur Abschaffung der PKV führen würden.

PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach zeigt vor allem Unverständnis für den problemorientierten Ansatz der Studie. Seiner Meinung nach habe Deutschland eines der besten Gesundheitssysteme weltweit und verweist hierbei auf die Probleme in Ländern mit einem einheitlichen Versicherungssystem, das durch Ungleichheiten, Rationierungen und eine Versorgung nach Einkommen charakterisiert sei.

Auch die Bundesregierung, in Person Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, befürwortet die Dualität des Systems. Kürzlich äußerte er, dass die GKV nicht so leistungsfähig wäre, wenn es nicht auch die PKV gäbe und sprach sich für den Wettbewerb unter den Versicherern aus. 

[ilink url=“http://www.hcm-magazin.de/vorschlag-zur-integrierten-krankenversicherung-nur-mediengetoese/150/2374/202190/“] Link zur Quelle (HCM-Magazin)[/ilink]