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Der Berliner Finanzinvestor capiton hat den Verkauf seines Anteilspakets an Zytoservice Deutschland aufgeschoben. Das Private Equity Unternehmen, das vor fünf Jahren 40 Mio. Euro für den Einstieg beim deutschen Marktführer für Sterilrezepturen bezahlt haben soll, hält derzeit 40 Prozent der Anteile. Im Februar wurden die Verkaufsabsichten bekannt.

Internen Kreisen zufolge überdenkt der Investor aufgrund der fragwürdigen Kick-back Vereinbarungen der Wettbewerber mit den Apotheken und Ärzten nun den angedachten Verkauf. Trotz großem Interesses an dem Hamburger Unternehmen Zytoservice zögern die potentiellen Käufer aufgrund des Risikos, die diese – wahrscheinlich illegalen – Vereinbarungen mit sich führen.

Kommentar: In der Presse wurde zuletzt über illegale Beraterverträge und Kick-back-Vereinbarungen, die Zytostatika-Herstellerbetriebe mit Apothekern und Ärzten schließen, berichtet. Wesentlicher Inhalt der Berichte: Pharmafirmen sollen bestechen, Apotheker und Ärzte kassieren und die Krankenkassen ungerechtfertigt Höchstpreise für Zytostatika zahlen. In den Vorwürfen zur Zytostatikaversorgung ermittelt die Staatsanwaltschaft aktuell gegen die Herstellerbetriebe Zyo Pharma, Ribosepharm und Oncosachs.

Der Aufschub beim Verkauf lässt den Verdacht aufkommen, dass auch bei Zytoservice diese Geschäftsgebaren nicht fremd sind. Es ist davon auszugehen, dass der Finanzinvestor capiton die derzeitige Berichterstattung für eine ungünstige Verkaufssituation hält, aber an einem Ausstieg  zu einem späteren Zeitpunkt festhält. Der Verkaufspreis wird auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt.

 Quelle: Merger Market Limited (auf mergermarket.com, 06.06.12)