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Ende Juni hat sich der Gesundheitsausschuss des Bundestages mehrheitlich gegen ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ausgesprochen. Ende September steht nun die zweite Lesung des Gesetzes im Bundesrat an.

Falls die Bundesländer, das Gesetz dann in Gänze blockieren würden, könnten sich weitere für die Apotheker wichtige Regelungen verzögern: Neben dem kürzlich bestätigten Verbot der Rx-Boni, wäre dies beispielsweise das eingeschränkte Recht für Ärzte, Palliativpatienten Medikamente zu überlassen – und die damit verbundenen Dokumentationspflichten für Apotheker.

Kommentar: Erst jüngst hat die Bundesregierung mit der Regelung zu Rx-Boni gleiche Wettbewerbsbedingungen für ausländische und deutsche Apotheken geschaffen. Der Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten wäre nun ein weiterer Schritt, um die Apotheken vor Ort zu stärken.

Auf der anderen Seite wäre dies, falls das Verbot rechtmäßig werden würde,  jedoch ein klarer Wettbewerbsnachteil für die Versandapotheken, deren Anteil an Rx-Produkten im ersten Halbjahr 2012 insgesamt bei 6 Prozent der abgegebenen Verpackung lag. Vor allem die zum Verkauf stehenden Versandapotheken DocMorris und Vitalsana düften unter der weiteren Einschränkung ihrer Geschäftspraxis leiden. 

Mögliche Kaufinteressenten werden die Auswirkungen der Gesetzgebung jedenfalls in ihrer Kalkulation berücksichtigen müssen und abschätzen, wie stark sich ein Verbot in den Bilanzen der betroffenen Online-Apotheken niederschlagen wird. 

[ilink url=“http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/politik/versand-oder-boni-verbot“] Link zur Quelle (Apotheke Adhoc)[/ilink]