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Celesio hat die Zahlen für das Auftaktquartal 2012 präsentiert. Dabei haben Kosten für den Konzernumbau und hohe Abschreibungen den Stuttgarter Pharmahändler zum Jahresauftakt Verluste beschert. Im ersten Quartal verbucht Celesio einen Verlust von 4,5 Mio. Euro – nach einem Gewinn von 54,7 Millionen Euro vor Jahresfrist. Ein interessantes Bild gaben die zum Verkauf stehenden Geschäftsbereiche Pharmexx, Movianto und DocMorris ab; alle Verkaufsobjekte standen nicht mehr in der Gewinn- und Verlustrechnung. Diesbezüglich sagte der Konzernchef Pinger gegenüber der Stuttgarter Zeitung: „Wir haben für alle drei Objekte mehrere Interessenten, strategische Investoren, aber auch Finanzinvestoren.“

DocMorris, für die Celesio 2007 rund 200 Mio. Euro bezahlt hatte, wird wohl nicht mehr lange zum Konzern gehören. Im internen Gebrauch soll die Verwendung des Markennames DocMorris für die Geschäftseinheit Apotheke bereits gestrichen und durch die Bezeichnung „International Retail“ ersetzt worden sein. Die Geschäftszahlen der Online-Apotheke lesen sich derweil gut: Im ersten Quartal wuch der Umsatz um 13 Prozent auf 87 Mio. Euro; der operative Gewinn (EBITDA) kletterte von 0,6 auf 3 Mio. Euro, der Nettogewinn von 0,5 auf 1,5 Mio. Euro.

Während sich der Logistik- und Distributionsdienstleister Movianto ebenfalls positiv entwickelte (Umsatz: 219 Mio. Euro, + 4,8 Prozent; Gewinn 3,1 Mio. Euro), lief es beim Pharmadienstleister Pharmexx dagegen schlecht (Umsatz: 43 Mio. Euro, – 30 Prozent; Verlust: 48,7 Mio. Euro).

Kommentar: Celesio-Chef Pinger, der im vergangenen Jahr die Führung bei Celesio übernommen hatte, will den Konzern wieder auf das ursprüngliche Kerngeschäft Pharmahandel und Apotheken ausrichten. Pinger gilt als erwiesener Experte für Logistik und will daher das Arzneimittellogistikgeschäft stärken. Zu dieser strategischen Entscheidung gehören die Verkaufsbemühungen bezüglich DocMorris, Movianto und Pharmexx. Klar ist nun, dass Celesio neben dem Versandapotheken-Geschäft auch das Markengeschäft von DocMorris veräußern will. Trotz des mäßigen Erfolges des Konzeptes (Abschreibungen in Höhe von 71 Mio. Euro) hat Celesio in den letzten Jahren die Apotheken-Ketten im Ausland sukzessive auf den Namen DocMorris umgestellt. Erst kürzlich hatte Celesio mit DocMorris in Italien das Markengeschäft ausgebaut. Wie sich das Geschäft allerdings seit der problembehafteten EDV-Umstellung Anfang April und den resultierenden Liefer- und Imageproblemen entwickelt, wird sich erst zeigen.