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In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung fordert der Verband der Ersatzkassen, zu den die Barmer GEK, Techniker Krankenkasse und die DAK-Gesundheit gehören eine erhöhte Qualitätsorientierung bei den Krankenhäusern. In Deutschland gebe es eine zu große Spanne in der Versorgungsqualität. So wird aufgezeigt, dass in vielen Krankenhäusern die Wahrscheinlichkeit eine Wundinfektion nach einer Hüftoperation zu bekommen fast bei Null Prozent liegt, während sie in anderen Häusern fünf Prozent beträgt. Gleiches gilt beispielsweise für Eierstockoperationen. Während viele Häuser das Organ vollständig erhalten können, gelingt dies in anderen Krankenhäusern nur zu 70 Prozent.

Um einen Dialog über die Qualitätsunterschiede und -verbesserung in deutschen Kliniken zu starten, stellte der Verband zugleich seine, beim Iges-Institut in Auftrag gegebene, Studie „Konsequenzen aus der Qualitätsmessung im Krankenhaus“ vor. Darin werden internationale Vergleiche gezogen und Möglichkeiten aufgezeigt, wie eine deutschlandweite Qualitätsorientierung Schritt für Schritt in der stationären Versorgung verankert werden kann, so Ulrike Elsner, vdek-Vorsitzende. Krankenhäuser sollten nach ihr konsequent auf Qualität verpflichtet werden. Der Vorschlag der möglichen Koalitionspartner schlechte Qualität schlechter zu vergüten hält sie für den falschen Weg. Sie fordert schlecht erbrachte Leistungen überhaupt nicht zu vergüten und solche Krankenhäuser von der Versorgung auszuschließen. Sollte die Forderung von Elsner so umgesetzt werden, würde dies das Aus für einzelne Kliniken bedeuten.

Kommentar: Auch der Qualitätsbericht 2012 des AQUA-Instituts kam zu dem Schluss, dass in deutschen Krankenhäusern bedeutende Unterschiede in der Qualität zwischen den Kliniken besteht. Neben falschen und unnötigen Behandlungen wurde jedoch auch festgestellt, dass die Qualität insgesamt gestiegen ist.

Aus Sicht der Krankenkassen ist eine Forderung Häuser von der Versorgung auszuschließen nur allzu verständlich. Schließlich erhalten sie für die gleichen Kosten eine unterschiedlich hohe Leistung. Fraglich ist nur, ob eine Zahlungsverweigerung der richtige Weg ist, um die Qualität in den schlechteren Krankenhäusern zu verbessern. Viel sinnvoller wäre es zu ergründen, warum die Qualität zwischen Häusern schwankt und zusammen mit allen Beteiligten diese Differenzen zu minimieren.

[ilink url=“http://www.vdek.com/presse/pressemitteilungen/2013/zukunftsforum_qualitaetkrankenhaus.html“] Link zur Quelle (vdek)[/ilink]