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Alternative Finanzierungsformen wie Leasing oder Mietkaufmodelle gewinnen weltweit an Bedeutung, wenn in moderne Medizintechnik investiert wird. Dies geht aus einer aktuellen Studie von Siemens hervor. Demnach steigt das globale Leasingvolumen jährlich um 6,5 Prozent. Dabei versteht man unter dem Leasing-Begriff eine Finanzierungsalternative zum Kauf, bei der das Leasingobjekt vom Leasinggeber beschafft und finanziert wird und dem Leasingnehmer gegen Zahlung eines vereinbarten Leasingentgelts zur Nutzung überlassen wird.

Auch in Deutschland ist das Leasing von medizintechnischen Geräten für viele Ärzte und Krankenhäuser zunehmend von Interesse. Den aktuellen Wachtumstrend belegen auch die Zahlen des Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL): Die Medizintechnik ist mit einem Anteil von einem Prozent am gesamten Leasing-Markt zwar ein noch relativ kleines Marktsegment, doch zweistellige Zuwachsraten legen nahe, dass Leasing im Gesundheitswesen zunehmend als Investitions- und Finanzierungsalternative wahrgenommen wird.

Aus Sicht der Leistungserbringer, also bspw. niedergelassene Ärzte oder medizinische Einrichtungen, bringt das Leasing eine Reihe von Vorteilen mit sich:

  • niedrigere Bindung von Kapital, welches dann für andere wichtige Anschaffungen genutzt werden kann;
  • flexible Leasing-Optionen ermöglichen eine Pay-Per-Use-Finanzierung, bei der die Anzahl der Nutzungseinheiten die monatliche Zahlung bestimmt; 
  • nach der Leasinglaufzeit können neue, moderne Geräte angeschafft werden;
  • immer neue Gewährleistungen/Garantien des Herstellers für die neuen Geräte;
  • dadurch entstehen weniger Kosten für Reparaturen;
  • moderne Geräte sind ein wichtiges Entscheidungskriterium für Patienten.

Während auf Ebene der Leitungserbringer diese Finanzierungsform einen Beitrag dazu leisten kann, den Investitionsstau durch eine geringere Kapitalbindung aufzulösen, bietet sich auf Ebene der Medizintechnik-Hersteller die Chance, durch das Angebot einer Leasing-Finanzierung den eigenen Absatz zu unterstützen. Denn der Nutzen für den Kunden lässt sich deutlich kommunizieren: Finanzierung, Lieferung, Gewährleistung, Wartung und andere Serviceleistungen stammen aus einer Hand. Zudem besitzen Medizintechnik-Anbieter im Vergleich zu einigen herstellerunabhängigen Leasing-Gesellschaften den Vorteil, über eine genauere Markt- und Produktkenntnis zu verfügen. Desweiteren können so weitere Vertriebschancen entstehen, da im Zuge eines Leasing-Vertragsabschlusses zusätzliche Kundenkontakte durch eine höhere Austauschrate der Geräte oder vereinbarte Serviceleistungen auftreten. Leasing-Angebote auf Seiten der Hersteller nutzen bislang vor allem die großen Anbieter wie Siemens, Philips  oder General Electric mit jeweils eigenen Leasinggesellschaften.

Angesichts der gegenwärtig noch niedrigen Leasing-Quote von unter 10 Prozent ist das Potenzial dieser Finanzierungsform in der Medizintechnik-Branche weder auf Seiten der Leistungserbringer noch auf Seite der Hersteller ausgeschöpft.