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Der Fachverband der Medizintechnik von Spectaris meldet, dass auch im vergangen Oktober, wie auch schon die 12 Monate zuvor, der ifo- Geschäftsklimaindex im Bereich der Herstellung von medizinmechanischen Erzeugnissen deutlich im zweistelligen Bereich lag. Die Firmen sehen jedoch keinen deutlichen Trend für die Zukunft und rechnen mit einer gleichbleibenden Geschäftslage in den nächsten Monaten. Besonders im Inlandsgeschäft ist trotz gestiegenen Bedarfs mit gleichbleibenden Umsätzen zu rechnen.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die Hersteller verstärkt auf ihr Auslandsgeschäft konzentrieren. So merkt Tobias Weiler, Geschäftsführer des Verbands an, dass auch im nächsten Jahr Wachstumsimpulse verstärkt durch das Auslandsgeschäft erfolgen werden. Lediglich in Schwellenländern könnten noch bedeutsame Umsatzzuwächse erzielt werden, sodass im nächsten Jahr mit einem um vier Prozent gesteigerten Export gerechnet wird. Dies führt dazu, dass mittlerweile neben den europäischen Nachbarstaaten auch Länder wie Russland, China und Brasilien zu den wichtigsten Abnehmern der deutschen Medizintechnik-Branche gehören. Schon heute exportiert die deutsche Medizintechnik-Branche 50 Prozent ihrer Produkte und erzielt damit 68 Prozent ihres Umsatzes. Deutschland belegt damit hinter den USA und Japan Platz drei der wichtigsten Medizintechnik-Nationen weltweit. In diesem Jahr wird daher mit einem Auslandsumsatz von 15,6 Mrd. Euro (+3%) gerechnet, während der Inlandsumsatz bei 7,2 Mrd. Euro stagnieren wird (+1,1%). Damit könnten zumindest die Rückgange des Vorjahres ausgeglichen werden, so Weiler.

Diese Entwicklung bestätigt auch die aktuelle BVMed Herbstumfrage. Die dort befragten 111 Unternehmen sehen besonders den Erstattungsbereich, den zunehmenden Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften und eine innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen als Hauptgrund für den stagnierenden Inlandsumsatz. Der BVMed-Vorsitzende forderte daher eine „kohärente Innovationsförderung“ und verbindliche Fristen für die Prüfprozesse um Innovationen in der Patientenversorgung besser nutzen zu können.

Die Zeiten des starken Inlandswachstums sind schon längst vorbei, aber auch der internationale Absatz kommt ins stocken. Die Branche ist nicht nur national, sondern auch international immer härter umkämpft. Während die Branche zwischen 2003 (12,74 Mrd. Euro Jahresumsatz) und 2012 um jährlich 5,7 Prozent gewachsen ist, wird für das Jahr 2013 mit einem Gesamtumsatz der Medizintechnik-Branche von 22,9 Mrd. Euro gerechnet. Dies entspricht einer Steigerung von insgesamt drei Prozent gegenüber dem Vorjahr (22,3 Mrd. Euro). Damit liegt dieser Wert unter dem zur Mitte des Jahres gewagten Ausblick, mit einem möglichen Wachstum von vier Prozent bzw. einem Gesamtjahresumsatz von 23,2 Mrd. Euro. Spectaris rechnet daher, dass erst im Jahre 2014 der Umsatz die 23 Mrd. Euro Schwelle übersteigen wird. Geschätzt wird ein Wachstum von drei Prozent und ein Gesamtumsatz von 23,5 Mrd. Euro.

Dies lässt darauf zurückschließen, dass der internationale Preisdruck der bereits in anderen Branchen des Gesundheitssystems Einzug gehalten hat, auch in der Medizintechnik-Branche nun verstärkt wirkt. Auf lange Sicht wird dies zu einer steigenden Konsolidierungstendenz unter Herstellern führen. Hersteller versuchen sich daher als Dienstleister neu zu positionieren und versuchen durch weitere Spezialisierung und Innovationen sich zumindest zum Teil dem neuen Preisgefüge zu entziehen.